Mainz plant Rückkehr der Gelben Tonne – doch Hindernisse bleiben groß
Mainz treibt Pläne für Wiedereinführung der "Gelben Tonne" bis zum 1. Januar 2027 voran
Die Stadt hatte das Vorhaben bereits 2019 beschlossen, um Plastikmüll zu reduzieren und die Arbeitsbelastung des Reinigungspersonals zu verringern. Rechtliche Hürden und Streitigkeiten mit Dienstleistern verzögerten die Umsetzung jedoch bis heute.
Ein Rückschlag ereignete sich, als ein Verwaltungsgericht den ursprünglichen Plan blockierte. Das Urteil verlangte ein Vollservice-Modell – ein Aspekt, der in der ersten Konzeption der Stadt fehlte. Nun hat die Kommunale Abfallwirtschaft Mainz (KAW) ein neues Rahmenwerk veröffentlicht, um einen geeigneten Anbieter für ein duales System zu gewinnen.
Der aktuelle Dienstleister BellandVision lehnt die Umstellung ab. Das Unternehmen argumentiert, die Gelbe Tonne könnte den Restmüll und die Emissionen erhöhen. Sollte der neue Partner keinen Vollservice anbieten, müssten Anwohner ihre Behälter künftig selbst an den Straßenrand bringen und zurückrollen.
Eine weitere Herausforderung für die Stadt: Alle zwei Wochen kommt es während der Abfallsammlung zu vermehrter Vermüllung. Die Behörden hoffen, dass die Gelbe Tonne das Problem eindämmen wird. Bundesweite Daten zeigen, dass rund 30 Prozent der Inhalte in Gelben Tonnen und Säcken nicht recycelbar oder falsch sortiert sind.
Trotz möglicher Zusatzkosten für Eigentümer bleibt Mainz entschlossen. Das System soll den Verbrauch von Plastiktüten senken und die körperliche Belastung der Mitarbeiter verringern. Die Suche nach einem neuen Anbieter läuft bereits.
In weniger als drei Jahren soll die Gelbe Tonne eingeführt werden. Hausbesitzer könnten mit zusätzlichen Gebühren belastet werden, während Anwohner mehr Verantwortung für die Müllentsorgung übernehmen müssten. Langfristig erwartet die Stadt eine verbesserte Abfallbewirtschaftung und weniger Vermüllung.






