07 April 2026, 08:13

Medienstreit um Caren Miosga: Wird die Unschuldsvermutung in Talkshows missachtet?

Gelblich, leicht zerknitterte Zeitung mit schwarzer Tinte, Überschrift "Semanario Repúblicano Democrático Federal", das Wort "Diskussion" prominent.

Medienstreit um Caren Miosga: Wird die Unschuldsvermutung in Talkshows missachtet?

Ein Streit über mögliche Medienvoreingenommenheit ist um die NDR- und ARD-Talkshow Caren Miosga entbrannt, nachdem die Sendung einen viel beachteten Rechtsfall thematisiert hat. Der Medienanwalt Christian Schertz wirft dem Format vor, die Schauspielerin Collien Fernandes in ihren Vorwürfen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen einseitig begünstigt zu haben. Die Redaktion der Sendung weist die Vorwürfe entschieden zurück und betont, dass ihre Berichterstattung journalistischen Standards entspreche.

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Im Mittelpunkt der Kontroverse steht eine anstehende Ausgabe von Caren Miosga, in der Fernandes gemeinsam mit Bundesjustizministerin Stefanie Hubig zu Gast sein wird. Ulmen, gegen den derzeit ein Strafverfahren läuft, wurde nicht eingeladen. Schertz, der Ulmen vertritt, kritisiert, dass die Ausgrenzung einer Partei in einem laufenden Rechtsstreit gegen Grundsätze der Fairness verstoße.

Darüber hinaus argumentiert Schertz, die Vorgehensweise der Sendung untergrabe die Unschuldsvermutung. Er habe angeboten, selbst an der Sendung teilzunehmen, um Ulmens Perspektive darzulegen – doch sein Angebot wurde abgelehnt. Das Team von Caren Miosga hält dagegen, die Folge behandle ein Thema von großem öffentlichem Interesse, und weist Vorwürfe der Befangenheit zurück.

Über den Talkshow-Streit hinaus hat Schertz angekündigt, rechtliche Schritte gegen den Spiegel wegen dessen Berichterstattung über den Fall einzuleiten. Er bestreitet Fernandes' Behauptung, Ulmen habe Deepfake-Videos erstellt oder verbreitet, und bezeichnet die Vorwürfe als haltlos.

Das Strafverfahren gegen Ulmen wurde kürzlich eingeleitet, nachdem Fernandes ihn öffentlich beschuldigt hatte. Der Fall wirft Fragen auf, wie Medien über anhängige Rechtsstreitigkeiten berichten sollten, ohne deren Ausgang vorwegzunehmen.

Die umstrittene Folge von Caren Miosga wird ohne Ulmens Stellungnahme ausgestrahlt – trotz Schertz' Protesten. Während gegen den Spiegel mit Klagen zu rechnen ist, halten die Produzenten der Talkshow an ihren redaktionellen Entscheidungen fest. Der Ausgang des Strafverfahrens gegen Ulmen könnte die Debatte über Medienneutralität in solchen Fällen weiter prägen.

Quelle