03 April 2026, 16:19

Merz' Rückkehr-Prognose für syrische Geflüchtete löst Wirtschaftsalarm aus

Ein Plakat mit einer Karte von Syrien und Daten zu Binnenvertriebenen aufgrund von Gewalt, begleitet von Text und Graphiken.

Merz' Rückkehr-Prognose für syrische Geflüchtete löst Wirtschaftsalarm aus

Bundeskanzler Friedrich Merzs Prognose, dass 80 Prozent der syrischen Geflüchteten in Deutschland innerhalb von drei Jahren in ihre Heimat zurückkehren werden, stößt auf massive Skepsis. Wirtschaftsforschungsinstitute zweifeln an der Umsetzbarkeit eines solchen großangelegten Abwanderns. Ihre Bedenken rücken mögliche Risiken für die deutsche Arbeitskraft und die wirtschaftliche Stabilität in den Fokus.

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Stand Ende 2023 lebten rund 970.000 syrische Geflüchtete in Deutschland, mit den höchsten Zahlen in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Viele von ihnen sind mittlerweile Teil des Arbeitsmarktes und tragen in Branchen bei, die bereits unter Fachkräftemangel leiden.

Timo Wollmershäuser vom ifo Institut argumentiert, dass die jüngste Zuwanderung dazu beigetragen habe, die demografischen Herausforderungen Deutschlands abzumildern. Ein massenhafter Wegzug der Syrer, warnt er, könnte die Belastung für die Produktionskapazitäten des Landes weiter verschärfen. Geraldine Dany-Knedlik vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) teilt diese Einschätzung und betont, dass selbst ein teilweiser Abzug den Druck auf das ohnehin stagnierende Wachstumspotenzial Deutschlands erhöhen würde.

Expertinnen und Experten weisen darauf hin, dass der Verlust eines erheblichen Teils dieser Arbeitskräfte ganze Wirtschaftszweige destabilisieren könnte, die auf ihre Fähigkeiten angewiesen sind. Die wirtschaftlichen Folgen würden voraussichtlich über den Arbeitsmarkt hinausgehen und sich auch auf Steuereinnahmen sowie soziale Dienstleistungen auswirken.

Die Debatte über die Rückkehr von Geflüchteten kommt zu einer Zeit, in der Deutschland mit einer alternden Bevölkerung und Fachkräftemangel kämpft. Ein plötzlicher Rückgang der syrischen Arbeitskräfte könnte die Bemühungen um die wirtschaftliche Erholung zusätzlich belasten. Behörden und Analysten bewerten nun die langfristigen Konsequenzen einer solchen Entwicklung.

Quelle