Mutter sperrt Tochter sieben Jahre ein – jetzt droht ihr Gefängnis
Dorit GierschnerMutter sperrt Tochter sieben Jahre ein – jetzt droht ihr Gefängnis
Eine Mutter wurde zu einer Haftstrafe verurteilt, weil sie ihre Tochter fast sieben Jahre lang eingeschlossen gehalten hatte. Das Mädchen, das inzwischen befreit wurde, litt unter schweren Entwicklungsstörungen und wurde medizinische Versorgung sowie Schulbildung vorenthalten. Der Fall kam erst ans Licht, nachdem die Behörden 2022 eingriffen.
Das Kind war erst ein Jahr alt, als die Mutter es im Haus der Großeltern einsperrte. Jahre lang belog die Mutter ihre Umgebung und behauptete, sie habe das Mädchen nach Italien gebracht. Der Vater wurde misstrauisch und alarmierte 2015 das Jugendamt, doch die Täuschung ging weiter.
Angehörige spielten eine Rolle bei der Vertuschung der Wahrheit und folgten den Anweisungen der Mutter. Das Mädchen blieb versteckt, bis eine behördliche Untersuchung im Sommer 2022 seinen Aufenthaltsort aufdeckte. Bei der Befreiung im September desselben Jahres hatte es Schwierigkeiten, sich zu bewegen, und zeigte deutliche Anzeichen schwerer Vernachlässigung.
Ein Gericht verurteilte die Mutter später wegen Entführung, Freiheitsberaubung und Misshandlung. Sie erhielt eine fünfjährige Gefängnisstrafe. Die Großeltern, die als Mittäter schuldig gesprochen wurden, erhielten Bewährungsstrafen.
Das Mädchen steht nun vor einem langen Genesungsprozess nach Jahren der Isolation und Entbehrung. Die Behörden bestätigten, dass es während der Gefangenschaft weder Zugang zu Bildung noch zu medizinischer Versorgung hatte. Der Fall wirft die Frage auf, wie ein solch langjähriger Missbrauch so lange unentdeckt bleiben konnte.






