Neue Melderegel für junge Männer: Bundeswehr startet umstrittene Erfassung ab 2008er-Jahrgang
Bela WinklerNeue Melderegel für junge Männer: Bundeswehr startet umstrittene Erfassung ab 2008er-Jahrgang
In Deutschland hat ein neues militärisches Erfassungssystem begonnen, das sich an junge Männer richtet, die 2008 oder später geboren wurden. Seit dem 1. Januar müssen sie einen Fragebogen ausfüllen – andernfalls drohen ihnen mögliche Bußgelder. Die Maßnahme stößt auf Widerstand; einige rufen sogar zum Boykott des Systems auf.
Die Meldepflicht gilt für alle betroffenen jungen Männer, auch wenn die tatsächliche Wehrpflicht weiterhin ausgesetzt bleibt. Bis Anfang Mai hatten etwa 25 Prozent die Formulare noch nicht ausgefüllt. Die Bundeswehr zählt derzeit knapp 186.000 aktive Soldatinnen und Soldaten und hat damit bereits das Ziel für 2026 erreicht. Bis 2035 soll die Truppe auf 255.000 Personen anwachsen.
Auf einem Antimilitarismus-Festival der Linken versammelten sich vor allem junge Teilnehmer. Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Bundestagsfraktion, fragte, wer freiwillig gekommen sei. Sie rief zum Widerstand auf und erklärte: „Nein zum Wehrdienst, nein zur Militarisierung und nein zu einer Regierung, die Entscheidungen gegen euch und ohne euch trifft!“
Daniel Lücking, ein ehemaliger Offizier, berichtete von seiner Zeit in der Abteilung „operative Kommunikation“ der Bundeswehr, die er als Propaganda bezeichnete. Bisher werden im Rahmen des Programms „Eierkornrollgriff“ nur Freiwillige zu grundlegenden Fitnessests eingeladen.
Das Erfassungssystem ist nun in Kraft getreten, bei Verstößen drohen Sanktionen. Die Bundeswehr treibt unterdessen ihre Ausbaupläne voran, doch die kritischen Stimmen werden lauter. Die Debatte über Militarisierung und individuelle Freiheit bleibt ein umstrittenes Thema.
