14 March 2026, 12:14

Neues Altersvorsorgemodell in der Kritik: Zu hohe Gebühren gefährden den Start

Alte Zeitungsannonce für die Pension Inn in Dresden, Deutschland, mit schwarzem Text auf weißem Hintergrund.

Günstigere Rente gefordert: 100.000 Menschen unterzeichnen Petition - Neues Altersvorsorgemodell in der Kritik: Zu hohe Gebühren gefährden den Start

Ein neues staatlich gefördertes Altersvorsorgemodell steht noch vor seinem Start in der Kritik – wegen zu hoher Gebühren. Über 100.000 Menschen haben eine Petition unterzeichnet, die strengere Obergrenzen für die Kosten fordert. Die von der Verbraucherorganisation Finanztip angeführte Kampagne argumentiert, dass die aktuellen Pläne Gebühren vorsehen, die für die meisten Sparer inakzeptabel sind.

Das geplante Modell soll die gescheiterte Riester-Rente ersetzen, deren Nutzung seit der Einführung im Jahr 2001 stark eingebrochen ist. Bis 2024 war die Zahl der aktiven Verträge auf unter 15 Millionen gesunken – jeder vierte wurde gekündigt, jeder fünfte blieb inaktiv. Hohe Kosten, bei denen Anbieter anfangs 35 bis 45 Prozent der Einzahlungen einbehielten, geringe Renditen und undurchsichtige Bedingungen setzten viele Sparer schlechter stellen. Zwei Drittel der Verträge schafften es nicht einmal, die Inflation um 2 Prozent zu übertreffen, und die Auszahlungen waren so niedrig, dass Sparer älter als 94 werden mussten, um nur die eingezahlten Beiträge wiederzuerhalten.

Das neue System verspricht Verbesserungen: ein standardisiertes Produkt mit einer Gebührenobergrenze von 1,5 Prozent, höhere staatliche Zulagen in Abhängigkeit vom Einkommen und einen einfacheren Anbieterwechsel. Zudem sollen mehr Beiträge in risikoangepasste Anlagen fließen, um bessere Renditen zu erzielen. Doch Kritiker halten die Gebührenobergrenze für zu hoch. Eine Umfrage von Finanztip ergab, dass nur 23 Prozent der potenziellen Nutzer 1,5 Prozent Gebühren akzeptieren würden, während 78 Prozent niedrigere Kosten forderten.

Die Petition von Finanztip drängt auf eine Obergrenze von 0,5 Prozent – ein Wert, den 30 Prozent der Befragten unterstützen. Weitere 28 Prozent würden maximal 1 Prozent tolerieren. Die Organisation betont, wie selbst kleine Gebührenunterschiede die endgültige Rente deutlich schmälern können. Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztip, bezeichnete die 1,5-Prozent-Grenze als Zugeständnis an Banken und Versicherungen – nicht als fairen Deal für Sparer.

Die Reform soll die Fehler der Riester-Rente beheben, die das System jahrelang belasteten. Angesichts des starken öffentlichen Widerstands gegen die geplanten Gebühren wächst jedoch der Druck auf schärfere Regeln. Das Ergebnis wird entscheiden, ob das neue Modell Vertrauen gewinnt – oder die Fehler der Vergangenheit wiederholt.

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