05 April 2026, 02:14

Neues Online-Portal enthüllt rechtsextreme Strategien von 1945 bis 2000

Roter Stempel mit der Aufschrift "Deutsches Reich" auf schwarzem Hintergrund.

Neues Online-Portal enthüllt rechtsextreme Strategien von 1945 bis 2000

Ein neues Online-Portal bietet ab sofort kostenlosen Zugang zu historischen Dokumenten über rechtsextreme Strömungen in Deutschland. Die Plattform umfasst den Zeitraum von 1945 bis 2000 und stellt Forschenden, Schulen sowie zivilgesellschaftlichen Bildner:innen Originalquellen zur Verfügung. Über 30 Expert:innen haben die Materialien sorgfältig annotiert und in ihren historischen Kontext eingeordnet, um das öffentliche Verständnis zu fördern.

Das unter https://radikale-rechte.de/ abrufbare Portal enthält Propagandatexte, gewaltverherrlichende Aufrufe und gezielte Materialien für junge Menschen. Die Dokumente zeigen, wie extremistische Gruppen nach dem Zweiten Weltkrieg enttäuschte Jugendliche, Arbeitslose und Nationalist:innen ansprachen. Zu den Strategien zählten neonazistische Publikationen, Skinhead-Musik und Holocaustleugnung – oft verbunden mit einer Verklärung der NS-Zeit.

Prägende Ereignisse kennzeichnen diese Epoche: Die Gründung der NPD 1964 markierte einen frühen organisatorischen Aufbruch. Die Studentenproteste von 1968 boten dann Rekrutierungsmöglichkeiten. Später schürten die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung Gewalt, etwa während des rassistischen Pogroms von Rostock 1992.

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Leiter des Projekts sind Prof. Dr. Frank Bösch, Direktor des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF), und Prof. Dr. Gideon Botsch vom Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien Potsdam (MMZ). Ihr Team hat das Archiv so strukturiert, dass sich die Wandlungen rechtsextremer Taktiken über fünf Jahrzehnte nachvollziehen lassen.

Das Portal dient als Werkzeug für Bildung und Forschung, indem es die Entwicklung extremistischer Strategien dokumentiert. Nutzer:innen können Primärquellen einsehen, die politische und gesellschaftliche Entwicklungen im Nachkriegsdeutschland prägten. Die Materialien bleiben für die Öffentlichkeit und wissenschaftliche Zwecke frei zugänglich.

Quelle