NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Ermittler gegen politische Kriminalität
Rebekka LangernNRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Ermittler gegen politische Kriminalität
Nordrhein-Westfalens Polizei stärkt ihre digitalen Ermittlungskompetenzen
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine groß angelegte Offensive gestartet, um ihre Fähigkeiten im Bereich der digitalen Ermittlungen auszubauen. Im Mittelpunkt steht dabei Open Source Intelligence (OSINT), die öffentlich zugängliche Daten – vor allem aus sozialen Medien – sammelt und auswertet. Sechs spezialisierte Einheiten unterstützen nun dringende Einsätze, die mit schnell eskalierenden politischen Ereignissen im gesamten Bundesland zusammenhängen.
Den Anfang machte der Ausbau des Landeskriminalamts (LKA) in Düsseldorf. Unter der Leitung von Fabian Coenen koordiniert die Abteilung 22.2 seitdem die OSINT-Arbeit bei politisch motivierter Kriminalität. Was einst als Zweier-Team begann, ist heute eine Abteilung mit 16 Expertinnen und Experten – darunter IT-Spezialisten, Soziologen und Politikwissenschaftler.
Im September 2023 erhielt die Initiative weiteren Auftrieb durch das Projekt «Digitale Streife». Das LKA stellte zehn neue Beamte ein, während fast 100 weitere Polizeikräfte in sechs regionalen Behörden eine OSINT-Schulung durchliefen.
Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Ausbilder beim Landesamt für Ausbildung in Neuss, leitet das Schulungsprogramm. Gemeinsam mit seinem Team entwickelte er einen standardisierten Online-Kurs mit zehn Modulen. Dieser stellt sicher, dass sowohl neue LKA-Mitarbeiter als auch Beamte der «Digitalen Streife»-Einheiten einheitliche OSINT-Kenntnisse erwerben.
Durch die OSINT-Offensive hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen ihre Fähigkeit deutlich verbessert, Online-Bedrohungen zu überwachen und darauf zu reagieren. Mit erweiterten Teams und strukturierten Schulungen verfügt die Behörde nun über mehr digitale Expertise – und kann so schneller und gezielter auf politisch brisante Vorfälle reagieren.






