13 March 2026, 08:16

Oberallgäus Landrätin verlässt Freie Wähler nach internen Konflikten

Eine Deutschlandkarte mit roten und blauen Bundesländern, die die Ergebnisse der Wahl von 2016 zeigen, mit Text zu Kandidaten und Wahldatum.

Stadtrat im Oberallgäu tritt nach Rückzug aus Partei aus - Oberallgäus Landrätin verlässt Freie Wähler nach internen Konflikten

Indra Baier-Müller, Landrätin des Landkreises Oberallgäu, hat die Freien Wähler (FW) verlassen. Als Grund für ihren Austritt nannte sie tiefe Meinungsverschiedenheiten über die politische Ausrichtung und Strategie der Partei. Der Schritt erfolgt, nachdem sie bereits angekündigt hatte, im kommenden Jahr nicht mehr für eine Wiederwahl anzutreten.

Erstmals Schlagzeilen machte Baier-Müller 2020, als sie überraschend die Wahl zur Landrätin gewann. Sie besiegte dabei Alfons Hörmann, den damaligen Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und langjährigen CSU-Kandidaten. Ihr Sieg markierte einen Machtwechsel von der CSU zu den Freien Wählern.

Schon im vergangenen Jahr hatte sie bekannt gegeben, nach nur einer Amtszeit nicht erneut kandidieren zu wollen. Ihr Parteiaustritt folgt nun dieser Entscheidung. Die Trennung setzt die FW unter Zugzwang, kurz vor der anstehenden Stichwahl, in der ihr Kandidat Christian Wilhelm derzeit mit 40,8 Prozent der Stimmen führt. Sein stärkster Konkurrent, Thomas Eigstler von der CSU, liegt bei 33,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung in der ersten Runde betrug Stand 13. März 2026 66,6 Prozent.

Ihre Amtszeit war nicht ohne Kontroversen. Baier-Müller geriet mit Umweltschutzgruppen aneinander, etwa im Zuge des Rappenalptal-Skandals, und setzte sich für Maßnahmen wie eine Bärenpatrouille zur Regulierung der Bärenpopulation ein. Zudem unterstützte sie erfolglose Versuche, den Biberbestand zu reduzieren. Diese Positionen trugen zu Spannungen innerhalb der eigenen Partei und darüber hinaus bei.

Mit Baier-Müllers Austritt verlieren die Freien Wähler ihre bekannteste lokale Repräsentantin. Die Stichwahl wird nun zeigen, ob die Partei den Landkreis Oberallgäu halten kann. Ihr Rückzug und die laufende Wahl spiegeln die größeren Debatten über Umweltpolitik und regionale Regierungsführung wider.

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