Pfändungsschutzkonten in der Kritik: AG SBV fordert dringende Reformen gegen gravierende Mängel
Bela WinklerPfändungsschutzkonten in der Kritik: AG SBV fordert dringende Reformen gegen gravierende Mängel
Bundesweite Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (AG SBV) kritisiert schwere Mängel bei Pfändungsschutzkonten (P-Konten)
Während ihrer Aktionswoche Schuldnerberatung hat die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (AG SBV) gravierende Defizite bei den deutschen Pfändungsschutzkonten (P-Konten) aufgedeckt. Zu den Problemen zählen verzögerte Bearbeitung gesetzlicher Freibeträge sowie unklare Vorgaben für Banken. Die Caritas Kempen-Viersen, die in der Region mehrere Schuldnerberatungsstellen betreibt, unterstützt die Forderungen nach einer Reform.
In Deutschland werden monatlich zwischen 300.000 und 350.000 Konten mit Pfändungsbescheiden belegt. In solchen Fällen sperren Banken zunächst säumtige Konten vollständig. Betroffene müssen dann beantragen, ihr Konto in ein P-Konto umzuwandeln, um Zugang zu geschützten Beträgen zu erhalten.
Laut AG SBV werden gesetzliche Freibeträge jedoch oft nicht fristgerecht bearbeitet – mit der Folge, dass Menschen zeitweise ohne Zugang zu existenzsichernden Mitteln dastehen. Die Caritas Kempen-Viersen berichtet von Fällen, in denen die Umstellung auf ein P-Konto unnötig verzögert wird.
Simone Stahn-Florian, Schuldnerberaterin bei der Caritas in Viersen, übt scharfe Kritik am aktuellen System. Sie fordert klare rechtliche Standards, besser geschultes Bankpersonal und konsequente Sanktionen bei Verstößen. Zudem appelliert sie an die Politik, den Schutz für gepfändete Konten deutlich zu stärken.
Im Rahmen der Aktionswoche bietet Elisabeth Mankertz am Donnerstag, den 18. Juni, von 11 bis 12 Uhr eine telefonische Sprechstunde an. Die AG SBV weist zudem auf grundsätzliche Probleme bei Basis-Konten hin, die eigentlich allen Bürger:innen den Zugang zu essenziellen Bankdienstleistungen sichern sollen.
Gemeinsam mit lokalen Beratungsstellen drängt die AG SBV auf dringende Reformen, um mehr Fairness und Verlässlichkeit zu schaffen. Ohne Änderungen werden Verzögerungen und rechtliche Lücken weiterhin Menschen in finanziellen Notlagen zusätzlich belasten. Ziel der Aktionswoche ist es, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und die Politik zum Handeln zu bewegen.
