11 May 2026, 10:17

Pflegeversicherung am Abgrund: 22,5 Milliarden Euro Defizit drohen bis 2028

Alte Werbung für die Germania Feuerversicherung mit einer Frau in der Mitte und Text, der die Dienstleistungen beschreibt.

Pflegeversicherung am Abgrund: 22,5 Milliarden Euro Defizit drohen bis 2028

Deutschlands Pflegeversicherung steht vor dem Kollaps

Das deutsche Pflegeversicherungssystem steht unter massivem Druck. Nach 31 Jahren als zentraler Bestandteil der sozialen Sicherung steuert es nun auf die größte Krise seiner Geschichte zu. Steigende Kosten und ungedeckte Finanzverpflichtungen bringen das System an den Rand des Zusammenbruchs.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) warnt, dass die Pflegekasse weit mehr ausgibt, als sie einnimmt. Ohne dringende Reformen werden Pflegebedürftige und Angehörige weiterhin eine untragbare Last tragen müssen.

Die Pflegeversicherung verzeichnet ein wachsendes Defizit – bis 2027 und 2028 wird ein Fehlbetrag von 22,5 Milliarden Euro prognostiziert. Gleichzeitig haben die Eigenanteile der Versicherten bereits ihre Obergrenze erreicht. Warken räumt ein, dass das System nur eine „Teilabsicherung“ bietet und die Pflegekosten nicht allein tragen kann.

Ein zentrales Problem ist die fehlende Übernahme der Investitionskosten in Pflegeheime durch den Bund. Würden diese finanziert, könnten die Bewohner etwa 500 Euro im Monat sparen. Eine weitere Belastung stellen ausstehende Rentenbeiträge für pflegende Angehörige dar – allein in diesem Jahr summieren sie sich auf rund 10 Milliarden Euro. Dieses Geld hätte eigentlich an die Pflegeversicherung zurückfließen müssen.

Hinzu kommt, dass der Bund der Pflegekasse noch 5 Milliarden Euro ausstehenden Corona-Schulden schuldet. Warken hat nun angekündigt, bis Mitte Mai einen Gesetzentwurf zur Pflegereform vorzulegen, um das angeschlagene System zu stabilisieren.

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Die geplanten Reformen zielen darauf ab, die finanzielle Belastung für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zu verringern. Falls verabschiedet, könnten die Änderungen die monatlichen Kosten senken und langjährige Finanzierungslücken schließen. Ob die Maßnahmen greifen, hängt jedoch davon ab, ob der Bund seine finanziellen Zusagen vollständig einlöst.

Quelle