Pharmazeutische Dienstleistungen boomen – doch viele Apotheken verlieren Geld
Vesna DöhnPharmazeutische Dienstleistungen boomen – doch viele Apotheken verlieren Geld
Apotheken-Dienstleistungsprogramm (pDL) wächst stark – doch viele Apotheken schreiben rote Zahlen
Das deutsche Programm für vergütete pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) hat sich seit seiner Einführung vor 2015 deutlich ausgeweitet. Die jährliche Inanspruchnahme stieg von wenigen Millionen Leistungen auf über 50 Millionen im Jahr 2024. Dennoch kämpfen viele Apotheken weiterhin damit, mit diesen Angeboten Gewinne zu erzielen.
Zu den am häufigsten genutzten pDL-Leistungen zählen mittlerweile die elektronische Arzneimittelberatung (AMTS), die Impfstatus-Checks (ISA) sowie die Wundversorgung (AW). Doch trotz der zunehmenden Abrechnung durch Apotheken bleibt die Nachfrage verhalten. Ein zentrales Problem ist die Wirtschaftlichkeit: Nur etwa ein Drittel der Apotheken erwirtschaftet mit Bluthochdruck-Risikobewertungen Gewinne – dabei werden pro Leistung lediglich 11,20 Euro erstattet.
Hürden bremsen die flächendeckende Einführung Weitere Herausforderungen erschweren die Verbreitung: Personalmangel, hoher Verwaltungsaufwand und beengte räumliche Verhältnisse in den Apotheken stellen praktische Hindernisse dar. Zudem belasten Spannungen zwischen den Heilberufen die Situation zusätzlich. Die Freie Apothekerschaft (FA) kommt zu dem Schluss, dass Apotheken zwar über das nötige Fachwissen für pDL-Leistungen verfügen, die aktuelle Vergütung die Kosten jedoch oft nicht deckt.
Die FA unterstützt gemeinsam mit der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (DAV) die Forderung nach höheren pDL-Honoraren, um die langfristige Tragfähigkeit des Programms zu sichern. Ohne Anpassungen drohen 537 Millionen Euro an potenziellen Fördermitteln ungenutzt zu bleiben. Aktuell arbeiten mehr als die Hälfte der Apotheken bei Bluthochdruck-Checks defizitär – ein klares Signal für dringenden Reformbedarf.
Zukunft der pDL hängt von politischen Weichenstellungen ab Um das Programm nachhaltig zu etablieren, müssen Politik und Verantwortliche die Finanzierung und die Rahmenbedingungen verbessern. Eine angemessene Vergütung könnte Apotheken in die Lage versetzen, die Leistungen bundesweit anzubieten. Bleiben die notwendigen Änderungen aus, sind sowohl die wirtschaftliche Lebensfähigkeit als auch die flächendeckende Verfügbarkeit der pDL-Dienstleistungen gefährdet.