Radio CORAX: Wie ein Halle-Sender mit Vielfalt und Widerstand überzeugt
Dorit GierschnerRadio CORAX: Wie ein Halle-Sender mit Vielfalt und Widerstand überzeugt
Radio CORAX hebt sich als unabhängiger Sender in Halle (Saale), Sachsen-Anhalt, hervor – hier prägt eine widerständige Vielfalt das Programm. Mit rund 400 Mitgliedern, größtenteils Ehrenamtlichen, strahlt der Sender täglich 175 verschiedene Formate aus, die vollständig von der Community gestaltet werden. Selbst die rechtspopulistische AfD nahm den Einfluss des Senders wahr und erwähnte ihn in ihrem jüngsten Wahlprogramm.
Das Programm ist bunt gemischt: von Tipkin bis hin zum Magazin Serendipity. Zu Wort kommen die unterschiedlichsten Stimmen – Kinder, queere Communities oder Geflüchtete. Jeder kann mitmachen, Ideen in Redaktionssitzungen einbringen und nach einem kurzen Einführungskurs selbst Sendungen produzieren.
Finanziert wird Radio CORAX aus verschiedenen Quellen, darunter etwa 200.000 Euro jährlich von der Landesmedienanstalt. Angesichts wachsender finanzieller Herausforderungen gewinnen Spenden jedoch zunehmend an Bedeutung, um den Sender werbefrei zu halten. Über das Radioprogramm hinaus veranstaltet CORAX in seinen Hallenser Studios Filmabende, öffentliche Debatten und Workshops.
Der Sender knüpft auch weit über die Region hinaus Netzwerke. Kooperationen mit Kulturinstitutionen und dem globalen Radioverbund AMARC festigen seine Rolle als Drehscheibe für nichtkommerziellen Rundfunk. Dennoch bleibt die langfristige Finanzierung eine der größten Zukunftsherausforderungen.
Radio CORAX gedeiht weiter durch basisdemokratische Energie und kreative Freiheit. Die Mischung aus lokaler Verankerung und internationalen Verbindungen hält den Sender relevant – trotz finanzieller Unsicherheiten. Der Fokus bleibt vorerst auf partizipativen Formaten und offener Teilhabe für alle.






