10 April 2026, 14:18

Rapsglanzkäfer bedroht Winterraps: Wann Landwirte handeln müssen

Ein roter und schwarzer Blasenkäfer auf einer weißen Margerite mit grünen Pflanzen im Hintergrund.

Rapsglanzkäfer bedroht Winterraps: Wann Landwirte handeln müssen

Winterraps entwickelt sich in diesem Frühling in vielen Regionen gut

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Bis April 2026 haben die Pflanzen das Längenwachstum erreicht, und der Hauptblütenstand ist nun sichtbar. Doch die Landwirte sehen sich weiterhin einer anhaltenden Bedrohung durch den Rapsglanzkäfer ausgesetzt, der – unbehandelt – die Erträge mindern kann.

Experten des Thüringer Landesamts für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR) haben aktualisierte Leitlinien veröffentlicht, um Landwirten zu helfen, den Schädling effektiv zu bekämpfen, ohne die Umwelt unnötig zu belasten. Das TLLLR rät zu sorgfältiger Kontrolle, bevor über den Einsatz von Insektiziden entschieden wird. Landwirte sollten die Bestände durchqueren und die Käfer direkt an den Pflanzen zählen – nicht nur am Feldrand. Gelbschalenfallen allein liefern ab dem Knospenstadium keine zuverlässigen Ergebnisse mehr.

Eine Behandlung lohnt sich wirtschaftlich erst, wenn vor der Blüte mehr als zehn Käfer pro Hauptknospe festgestellt werden. Sind sowohl Rapsstängelrüssler als auch Rapsglanzkäfer über der Schadschwelle, kann Trebon 30 EC eingesetzt werden – allerdings erst nach Beendigung der täglichen Bienenflugaktivität.

Für frühe Maßnahmen bleiben acetamipridhaltige Präparate wie Mospilan SG oder Danjiri zwischen den Wachstumsstadien BBCH 51 und 59 eine Option. Das Beimischen von Netzmitteln ist jedoch verboten. Eine bienenfreundlichere Alternative stellt Tau-Fluvalinat (erhältlich als Mavrik Vita oder Evure) dar, das selbst nach BBCH 59 noch angewendet werden darf.

In vielen Fällen sind Insektizidbehandlungen jedoch überhaupt nicht nötig. Durch den Verzicht auf unnötige Spritzungen lassen sich Kosten sparen und die Umwelt schonen, ohne die Pflanzengesundheit zu gefährden. Die Leitlinien zielen darauf ab, Schädlingsbekämpfung und Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen. Durch präzise Monitoring-Methoden und die Einhaltung von Schwellenwerten können Landwirte ihre Erträge schützen und gleichzeitig den Chemikalieneinsatz reduzieren. Die Empfehlungen des TLLLR heben zudem sicherere Alternativen hervor, wo herkömmliche Behandlungen Bienen und andere Bestäuber gefährden würden.

Quelle