RAW-Gelände in Berlin: Kulturschmiede vor dem Aus oder Rettung in letzter Minute?
Dorit GierschnerRAW-Gelände in Berlin: Kulturschmiede vor dem Aus oder Rettung in letzter Minute?
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines kulturellen Zentrums mit Clubs, Bars und Veranstaltungsorten, ist ungewiss. Das einstige Reichsbahn-Ausbesserungswerk droht durch Umstrukturierungspläne seine langjährigen Einrichtungen wie den Club Cassiopeia zu verlieren. Demonstranten sind bereits auf die Straße gegangen, um für den Erhalt des Areals zu kämpfen.
Das RAW-Gelände begann seine Geschichte als Instandhaltungswerk der Reichsbahn. Nach dem Fall der Berliner Mauer lag es brach, bis sich nach und nach Bars, Clubs und kulturelle Initiativen in den teils verfallenen Hallen ansiedelten – und so Partygäste, Anwohner und Touristen anzogen.
Heute beherbergt das Gelände Konzertlocations, einen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle, Lagerhallen, einen Weihnachtsmarkt und einen Flohmarkt. Doch der Eigentümer, die Kurth Group, wirft der Berliner Stadtregierung vor, frühere Vereinbarungen gebrochen zu haben. Das Unternehmen fordert nun schnellere Genehmigungen für den Wohnungsbau.
Streitpunkt ist, wie viele Wohnungen entstehen sollen und ob die historischen Hallen mit ihren Clubs und Kulturstätten erhalten bleiben. Mieter wie der Club Cassiopeia haben bereits Räumungsklagen erhalten, manche mit nur kurzer Frist. Senat und Bezirk rufen daraufhin zu weiteren Verhandlungen auf, um den einzigartigen Charakter des Geländes zu bewahren.
Schon nächste Woche könnte der Club Cassiopeia zwangsgeräumt werden. Weitere Einrichtungen könnten folgen, falls keine Lösung gefunden wird. Dutzende haben bereits unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“ protestiert und damit deutlich gemacht, wie groß der öffentliche Widerstand gegen die Räumungen ist.
