Rentenreform: Höheres Eintrittsalter und weniger Frühverrentung geplant
Bela WinklerRentenreform: Höheres Eintrittsalter und weniger Frühverrentung geplant
Eine von der Regierung eingesetzte Kommission hat weitreichende Rentenvorschläge vorgelegt. Die Pläne umfassen eine Anhebung des Renteneintrittsalters sowie Einschränkungen bei der Möglichkeit eines vorzeitigen Ruhestands. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) forderte eine breite gesellschaftliche Debatte über die Reformen.
Die Rentenkommission empfiehlt eine schrittweise Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters über 67 Jahre hinaus, gekoppelt an die steigende Lebenserwartung. Zudem soll die Regelung gestrichen werden, die es Beschäftigten mit 45 Beitragsjahren ermöglicht, ohne Abzüge früher in Rente zu gehen.
Vorgeschlagen wird außerdem die Schaffung einer neuen kapitalgedeckten Säule innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung. Zudem plant die Kommission ein einheitliches, einkommensbezogenes Rentensystem, das Arbeitnehmer, Selbstständige, Abgeordnete und Führungskräfte in der Wirtschaft umfasst. Beamte wären jedoch weiterhin von Beitragszahlungen befreit.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte an, die Empfehlungen zügig umsetzen zu wollen. Woidke betonte, dass die Auswirkungen auf Rentner in Ostdeutschland besonders geprüft werden müssten, da diese oft andere Erwerbsbiografien hätten. Er forderte zudem, dass alle Berufsgruppen – einschließlich der Beamten – in die Reformdebatte einbezogen werden.
Die Oppositionsparteien in Brandenburg, AfD und BSW, kritisierten die Pläne scharf. Sie lehnen sowohl die Anhebung des Renteneintrittsalters als auch die Einschränkungen beim vorzeitigen Ruhestand ab.
Ziel der Kommissionsvorschläge ist es, die langfristige Stabilität des Rentensystems zu sichern. Die Reformen sehen neue Finanzierungsstrukturen und eine Ausweitung der Beitragspflichten vor. Nun stehen detaillierte Beratungen der politischen Führung über die Empfehlungen an.
