17 March 2026, 04:13

Softwarekonzern zwischen Rekorddeals und sinkendem Aktienkurs in der Krise

Liniengraph, der den Anstieg der BAA-Ausgabe in verschiedenen Branchengruppen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Softwarekonzern zwischen Rekorddeals und sinkendem Aktienkurs in der Krise

Ein großer Softwarekonzern hat gemischte Finanzzahlen für sein letztes Geschäftsjahr vorgelegt. Während die Sparten für Unternehmenslösungen ein kräftiges Wachstum verzeichneten, sorgen Herausforderungen in anderen Bereichen und ein sinkender Aktienkurs für Besorgnis. Zudem kämpft das Unternehmen weiterhin mit Problemen bei einer jüngsten Übernahme und einer steigenden Kundenfluktuation.

Der Unternehmensbereich entwickelte sich positiv: Die wiederkehrenden Jahreserträge (Annual Recurring Revenue, ARR) stiegen um 11 % auf 241 Millionen Euro. Ein Rekorddeal in den USA trieb das Kerngeschäft zu einem Umsatzplus von 19 % an. Allerdings verzeichnete das traditionelle Segment für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einen leichten Rückgang.

Die Abwanderungsrate verschlechterte sich und erreichte im vierten Quartal 16,4 %. Das Unternehmen rechnet damit, dass dieser Trend bis Mitte 2026 anhalten wird. Die Aktie verlor deutlich an Wert – fast 65 % innerhalb des letzten Jahres – und erreichte mit 4,48 Euro ein 52-Wochen-Tief. Zudem erwartet der Konzern Anfang 2026 einen einmaligen Kundenverlust in Höhe von etwa 8 Millionen Euro, der auf die Übernahme des britischen Softwareunternehmens 1E zurückzuführen ist.

Die 2024 erfolgte Übernahme von 1E verlief holprig: Betriebliche Störungen und der Abgang wichtiger Mitarbeiter belasteten die Integration. Trotz dieser Rückschläge treibt die Unternehmensführung die Entwicklung neuer Produkte voran, darunter tiefere Anbindungen an Microsoft Intune sowie eine Partnerschaft mit Cybus für Anwendungen im Bereich erweiterter Realität (Augmented Reality).

Für 2026 prognostiziert das Unternehmen ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 0 % bis 3 % sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von rund 43 %. Der anstehende Wechsel vom MDAX in den SDAX wird zudem Indexfonds zwingen, ihre Portfolios anzupassen.

Die Unternehmenssparte bleibt zwar ein Lichtblick, doch die übergreifenden Herausforderungen bestehen fort. Schwäche im KMU-Bereich, hohe Kundenfluktuation und die problematische Übernahme drücken auf die Performance. Angesichts des Aktientiefs und verhaltener Wachstumsprognosen werden Anleger genau auf Anzeichen einer Besserung achten.

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