Urteil gegen Gruppe erwartet: Schwule Männer über Dating-Apps in Fallen gelockt
Rebekka LangernUrteil gegen Gruppe erwartet: Schwule Männer über Dating-Apps in Fallen gelockt
Am Dienstag um 9:00 Uhr wird das Landgericht Frankfurt (Oder) das Urteil gegen sechs Angeklagte verkünden. Ihnen wird schwere räuberische Erpressung vorgeworfen – sie sollen schwule Männer über gefälschte Profile in Dating-Apps in eine Falle gelockt haben. Der Prozess hat bundesweit Aufmerksamkeit erregt, nicht nur wegen der brutalen Gewalt, sondern auch wegen des jungen Alters der Beschuldigten.
Die Gruppe, bestehend aus drei jungen Erwachsenen und drei Jugendlichen, soll ihre Opfer an abgelegene Orte gelockt haben. Dort wurden diese dann überfallen, beraubt und mit homophoben Beschimpfungen gedemütigt. Laut Staatsanwaltschaft filmten die Angeklagten ihre Angriffe systematisch – ein gezieltes Vorgehen, das auf Planung hindeutet.
Ermittler fanden keine Hinweise auf Verbindungen zur organisierten Kriminalität oder politische Motive. Wegen des Alters der meisten Angeklagten fand der Prozess weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nur die Urteilsverkündung wird öffentlich sein.
Die Anklage stützt sich auf eine Reihe von Vorfällen, bei denen die Opfer unter falschen Versprechungen zu Treffen gelockt wurden. Die Behörden gehen davon aus, dass die Täter gezielt Dating-Plattformen nutzten, um ihre Opfer ausfindig zu machen und gezielt auszubeuten.
Mit dem Urteil endet ein Prozess, der größtenteils hinter verschlossenen Türen stattfand. Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten erhebliche Strafen für ihre Beteiligung an den Übergriffen. Die Urteilsbegründung wird in einer öffentlichen Sitzung bekannt gegeben und setzt damit einen Schlusspunkt unter einen Fall, der die lokale Gemeinschaft tief erschüttert hat.






