USA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – Europa muss eigenständiger werden
Rebekka LangernUSA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – Europa muss eigenständiger werden
Die USA haben Pläne bekannt gegeben, 5.000 Soldaten von Militärstandorten in Deutschland abziehen zu wollen. Dieser Schritt ist Teil einer umfassenderen Verringerung der US-Truppenpräsenz in ganz Europa. Deutsche Regierungsvertreter reagierten darauf mit dem Aufruf zu einer größeren europäischen Eigenständigkeit in Verteidigungssachen.
Aktuell sind in Deutschland etwa 38.000 US-Soldaten stationiert, darunter auch wichtige Kommandostellen für US-Operationen in Europa und Afrika. Der Abzug der 5.000 Militärangehörigen soll voraussichtlich sechs bis zwölf Monate in Anspruch nehmen.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius bezeichnete die Entscheidung als absehbar. Gleichzeitig betonte er, dass die Präsenz amerikanischer Truppen zwar beiden Ländern nütze, Europa jedoch seine eigenen Sicherheitsfähigkeiten stärken müsse. Seine Äußerungen fielen zusammen mit dem Beginn von Gesprächen zwischen NATO-Vertretern und den USA, in denen es um die genauen Modalitäten des Truppenabzugs geht.
Unterdessen kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz die USA für ihr Vorgehen in der Auseinandersetzung mit dem Iran. Washington fehle eine klare Exit-Strategie für die Region, so Merz. Parallel dazu gab Deutschland bekannt, die Bundeswehr von derzeit 185.000 auf 260.000 Soldaten aufstocken zu wollen.
Der Abzug der US-Truppen wird sich schrittweise über das kommende Jahr hinziehen. Deutschlands Reaktion umfasst sowohl diplomatische Abstimmung mit der NATO als auch eine deutliche Aufrüstung der eigenen Streitkräfte. Diese Maßnahmen spiegeln sich wandelnde Prioritäten in der europäischen Sicherheitsplanung wider.






