VdK-Präsidentin Bentele warnt vor unsozialen Sparplänen in der Krankenversicherung
Dorit GierschnerVdK-Präsidentin Bentele warnt vor unsozialen Sparplänen in der Krankenversicherung
Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK, hat sich gegen geplante Sparmaßnahmen in der gesetzlichen Krankenversicherung ausgesprochen. Angesichts der für Montag erwarteten Vorstellung von 60 Einsparvorschlägen durch die Gesundheitsfinanzkommission warnte sie, dass einige der geplanten Änderungen Patienten und Versicherte unzumutbar belasten könnten.
Bentele lehnte höhere Zuzahlungen für Medikamente oder die Wiedereinführung von Praxisgebühren entschieden ab. Solche Maßnahmen würden die finanziellen Belastungen für ohnehin schon benachteiligte Menschen weiter verschärfen, betonte sie. Auch die Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung lehnte sie als "versteckte Beitragserhöhung" ab.
Stattdessen schlug die VdK-Chefin strukturelle Reformen vor, um die Finanzen des Systems zu stabilisieren. Dazu gehöre eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze sowie die Ausweitung der einkommenspflichtigen Einnahmearten. Zudem befürwortete sie eine vorübergehende Ausgabenbegrenzung für Leistungserbringer, sofern dies zur Sicherung der Finanzierung beitrage.
Bentele betonte, dass der Bund seiner Verantwortung für gesamtgesellschaftliche Gesundheitskosten gerecht werden müsse. Reformen dürften die Versorgungsqualität nicht beeinträchtigen, sondern müssten die Belastung der Beitragszahler verringern, forderte sie. Der VdK erwarte von den Kommissionsvorschlägen eine Entlastung der Finanzen – allerdings ohne Kürzungen bei den Leistungen.
Die Gesundheitsfinanzkommission wird ihre vollständige Liste der Maßnahmen am Montag vorlegen. Benteles Position unterstreicht die Sorgen um Gerechtigkeit und Bezahlbarkeit in der Gesundheitsfinanzierung. Ihre Vorschläge zielen darauf ab, Patientinnen und Patienten zu schützen und gleichzeitig die finanzielle Stabilität des Systems zu gewährleisten.






