VdK-Präsidentin Bentele zerpflückt Renten- und Gesundheitsreformen der Union als "zynisch"
Dorit GierschnerVdK-Präsidentin Bentele zerpflückt Renten- und Gesundheitsreformen der Union als "zynisch"
Der Sozialverband Deutschland (VdK) hat die jüngsten Reformvorschläge der Unionsparteien und der Bundesregierung zu Renten und Gesundheitswesen scharf kritisiert. VdK-Präsidentin Verena Bentele bezeichnete die Pläne als ungerecht und warnte, sie würden die finanzielle Not von Millionen Beschäftigten und sozial Schwachen weiter verschärfen.
Bentele verurteilte den Vorstoß von Bundeskanzler Friedrich Merz, private Altersvorsorge auszubauen, als "zynisch und realitätsfremd". Sie verwies darauf, dass bereits 38 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kaum in der Lage seien, zusätzliche Beiträge zu leisten – für viele sei das Vorhaben daher schlicht undurchführbar.
Ebenso lehnte sie die Pläne von Gesundheitsministerin Nina Warken ab, das Krankengeld zu kürzen. Dies würde vor allem chronisch Kranke und Geringverdiener hart treffen. Der entsprechende Gesetzentwurf, der am Mittwoch im Kabinett beraten werden soll, sieht unter anderem das Ende der beitragsfreien Familienversicherung für Angehörige vor.
Bei der Rente warnte Bentele, dass eine Reduzierung der gesetzlichen Absicherung auf ein reines Grundsicherungssystem Hinterbliebenenrenten und Erwerbsminderungsleistungen gefährden würde. Solche Kürzungen würden immer mehr Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen in die Altersarmut treiben.
Statt auf individuelle Lösungen zu setzen, forderte Bentele kollektive Maßnahmen – etwa höhere Beiträge von Spitzenverdienern, um die Krankenversicherung zu stabilisieren. Zudem verlangte sie, dass der Staat ausstehende Gesundheitskosten für Bürgerinnen und Bürger, die Grundsicherung beziehen, übernimmt.
Die Kritik des VdK unterstreicht die wachsenden Bedenken gegenüber den finanziellen Folgen der geplanten Reformen. Sollten die Änderungen umgesetzt werden, drohen vielen Beschäftigten und sozial benachteiligten Gruppen größere finanzielle Unsicherheiten im Alter und bei Krankheit.






