19 March 2026, 14:21

Villeroy & Boch steigert Umsatz leicht – doch Nahostkonflikt dämpft 2026-Prognose drastisch

Liniengraph, der einen abfallenden Trend bei den proyectierten zukünftigen Ölimporte zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Iran-Kriegswolken trüben Ausblick für Villeroy & Boch - Villeroy & Boch steigert Umsatz leicht – doch Nahostkonflikt dämpft 2026-Prognose drastisch

Villeroy & Boch, der 278 Jahre alte Keramik- und Badausstatter, verzeichnet trotz wachsender geopolitischer Spannungen einen leichten Umsatzanstieg für 2025. Der Jahresumsatz des Unternehmens stieg um 1,8 % auf 1,45 Milliarden Euro, während der Nettogewinn auf 14,7 Millionen Euro kletterte. Doch die eskalierenden Konflikte im Nahen Osten zwingen den Konzern, seine Umsatzprognose für 2026 deutlich nach unten zu korrigieren.

Die Geschäftsentwicklung 2025 zeigte sich widerstandsfähig: Das Unternehmen investierte insgesamt 45,8 Millionen Euro und plant, im laufenden Jahr bis zu 50 Millionen Euro auszugeben. Zu den Maßnahmen zur Effizienzsteigerung gehörten die Schließung eines Werks in Roeselare, Belgien, sowie die Verlagerung der Acryl-Badewannenproduktion nach Ägypten. Diese Anpassungen sollten die Wettbewerbsfähigkeit angesichts bevorstehender Herausforderungen stärken.

Seit der Prognose des Unternehmens vom März 2024 hat sich der Nahostkonflikt dramatisch zugespitzt. Die fragile Waffenruhe im Gazastreifen brach bis Oktober 2025 zusammen, was zu einer israelischen Offensive auf Gaza-Stadt und einem erweiterten Krieg unter Beteiligung des Iran und der USA Anfang 2026 führte. Bis März 2026 flog Israel über 7.600 Luftangriffe auf iranisches Gebiet, während iranische Drohnenangriffe US-Einrichtungen in Riad trafen. Die daraus resultierende Instabilität lähmte Lieferketten – insbesondere in Israel und den Golfstaaten, wo die Umsätze von Villeroy & Boch im Hotelsektor zum Erliegen kamen.

Für April rechnet das Unternehmen in der betroffenen Region nun nur noch mit 30 % des Vorjahresumsatzes. Insgesamt wird für 2026 ein Rückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich erwartet, wobei das bereinigte EBIT auf 75 bis 85 Millionen Euro prognostiziert wird. Die angepasste Einschätzung spiegelt die schweren Auswirkungen des Krieges auf wichtige Absatzmärkte und die globale Logistik wider.

Der leichte Wachstumsschub 2025 wird von der verschärften Nahostkrise überschattet, die das Unternehmen zu einer drastischen Abwärtskorrektur seiner Ziele für 2026 zwingt. Mit lahmliegenden Hotelmärkten in Israel und den Golfstaaten sowie unterbrochenen Lieferwegen steht Villeroy & Boch vor einem deutlichen Umsatzrückgang. Das kommende Jahr wird zeigen, ob es dem Konzern gelingt, sich in einem zunehmend unberechenbaren wirtschaftlichen und politischen Umfeld zu behaupten.

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