Warum der Rechtspopulismus trotz gebrochener Versprechen weiter wächst
Dorit GierschnerWarum der Rechtspopulismus trotz gebrochener Versprechen weiter wächst
Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum der Rechtspopulismus weiterhin wächst – selbst wenn seine Versprechen enttäuschen. In seinem neuen Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" erforscht er, wie tief verwurzelte Skepsis gegenüber Institutionen Bewegungen wie die deutsche AfD oder die Anhänger Donald Trumps in den USA befeuert. Seine Arbeit stellt gängige Annahmen infrage, wie diesen politischen Wandel einzudämmen sei.
El-Mafaalani argumentiert, dass es nicht ausreicht, die Misserfolge rechtspopulistischer Parteien wie der AfD aufzudecken, sobald diese an Einfluss gewinnen. Seine Studien zeigen, dass Wähler in diesen "Gemeinschaften des Misstrauens" durch ein geteiltes Misstrauen gegenüber Gerichten, Wissenschaft, Medien und der Demokratie selbst verbunden sind. Selbst wenn die AfD ihre Versprechen nicht einlöst, werden ihre Anhänger ihre Überzeugungen kaum hinterfragen.
Digitale Plattformen haben diesen Trend verstärkt, indem sie misstrauischen Menschen ermöglichen, sich zu vernetzen und zu organisieren. Populistische Strategen nutzen diese Dynamik aus und untergraben so weiter das Vertrauen in traditionelle Institutionen. Das Ergebnis ist ein sich selbst verstärkender Kreislauf, in dem nur noch diejenigen als glaubwürdig gelten, die die gleichen Vorbehalte teilen.
Peter Unfried, Chefredakteur des Magazins "FUTURZWEI", hat gefragt, wie Gesellschaften dieser Entwicklung entgegenwirken können. El-Mafaalani kommt zu dem Schluss, dass herkömmliche Methoden wie Faktenchecks oder Widerlegungen nicht mehr ausreichen. Stattdessen deutet seine Analyse darauf hin, dass tiefgreifendere Strategien nötig sind, die die Ursachen des Misstrauens angehen.
El-Mafaalani liefert mit seiner Forschung eine präzisere Erklärung dafür, warum populistische Bewegungen trotz Rückschlägen bestehen bleiben. Seine Erkenntnisse über "Gemeinschaften des Misstrauens" machen die Widerstandsfähigkeit von Figuren wie Trump oder Parteien wie der AfD verständlich. Gleichzeitig zeigt seine Arbeit, dass die Bekämpfung des Rechtspopulismus mehr erfordert als nur die Diskreditierung seiner Führungspersönlichkeiten.






