10 May 2026, 14:16

Wiener Theaterduo: Wie Nachbarinnen Maria Happel und Paula Nocker die Bühne prägen

Plakat für das Theater Sarah Bernhardt von 1909-1910, das eine Gruppe von Frauen in der Mitte zeigt, mit Texten, die das Theater und seine Schauspieler beschreiben.

Wiener Theaterduo: Wie Nachbarinnen Maria Happel und Paula Nocker die Bühne prägen

Maria Happel und Paula Nocker verbindet mehr als nur ihr Beruf – sie sind Nachbarinnen in Wien. Ihre Töchter wohnen sogar im selben Stockwerk. Beide Frauen sind tief mit der Wiener Theaterszene verwurzelt, auch wenn ihre Arbeitsweisen und Ansichten nicht immer übereinstimmen.

Happel befindet sich derzeit in der Endphase der Inszenierung von Der heilige Falstaff am Burgtheater, während Nocker Mythen des Alltags für das Volkstheater und die Wiener Festwochen vorbereitet. Ihre künstlerischen Wege kreuzen sich, doch ihre Perspektiven unterscheiden sich oft.

Maria Happel lebt seit über der Hälfte ihres Lebens in Wien und fühlt sich als echte Wienerin. Sie beschreibt ihren Regieansatz als den einer Spielleiterin – einer Spielleiterin, die anleitet, statt zu befehlen. Diese Philosophie prägte auch ihre Arbeit am Reinhardt Seminar, wo sie nach Kritik, sie widme den Studierenden zu wenig Zeit, als Direktorin zurücktrat.

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Ihr aktuelles Projekt, Der heilige Falstaff, ist die österreichische Erstaufführung eines Stücks, das von Shakespeares Heinrich IV. inspiriert ist. Die Produktion befindet sich nun in den letzten Proben am Burgtheater. Bereits 2010 inszenierte sie in Reichenau ein Stück mit beiden Töchtern und verband so Familie und Beruf.

Paula Nocker hingegen steckt mitten in den Proben zu Mythen des Alltags, einer Koproduktion des Volkstheaters und der Wiener Festwochen. Sie schätzt offene Kritik und ist überzeugt, dass jedes Feedback berechtigt ist – solange es respektvoll bleibt. Dieses Prinzip gilt auch für ihre Beziehung zu Happel: Die beiden schätzen die Ehrlichkeit der anderen, auch wenn sie zuweilen anstrengend sein kann.

Trotz ihrer Unterschiede bleiben ihre privaten und beruflichen Leben eng verflochten. Dass ihre Töchter zusammenwohnen, spiegelt die Nähe – und gelegentliche Reibungen – ihrer eigenen künstlerischen Partnerschaft wider.

Happels Der heilige Falstaff feiert bald Premiere am Burgtheater, während Nockers Mythen des Alltags sich auf den eigenen Spielbeginn vorbereitet. Beide Produktionen stehen für die unterschiedlichen theaterpädagogischen Ansätze ihrer Regisseurinnen. Ihre langjährige Verbindung – als Nachbarinnen und Kolleginnen – prägt weiterhin ihr Wirken in der lebendigen Wiener Kulturszene.

Quelle