"Zeit"-Chef von der Kall will das Blatt für die Medienzukunft rüsten
Dorit Gierschner"Zeit"-Chef von der Kall will das Blatt für die Medienzukunft rüsten
Nils von der Kall übernahm im Februar 2023 die Führung der Zeit als Geschäftsführer und löste damit Rainer Esser nach dessen langer Amtszeit ab. Unter seiner Leitung hat die Zeitung Rekordzahlen bei den Abonnements erreicht. Doch nun steht er vor der Herausforderung, das Unternehmen durch eine sich rasant wandelnde Medienlandschaft zu steuern.
Von der Kall hat deutlich gemacht, dass sich die Medienbranche nicht länger auf alte Arbeitsweisen verlassen kann. Er beschreibt die aktuelle Phase als eine Zeit grundlegender Veränderungen, in der traditionelle Ansätze keinen Erfolg mehr garantieren. Der schwache Werbemarkt hat den Druck zusätzlich erhöht und das Unternehmen gezwungen, seine Strategie zu überdenken.
In den kommenden Wochen plant er, alle zentralen Geschäftsbereiche der Zeit einer Prüfung zu unterziehen. Sein Ziel ist es, eine langfristige Ausrichtung festzulegen, die das Überleben und Wachstum der Zeitung weit über das Jahr 2030 hinaus sichert. Im Gespräch mit turi2, einer Publikation des Medienfachverlags Oberauer, räumte er ein, dass es sich ganz anders anfühlt, als endgültiger Entscheidungs-träger im Unternehmen zu agieren – im Vergleich zu seinen früheren Positionen.
Trotz der Herausforderungen sind die Abonnentenzahlen unter seiner Führung auf ein Allzeithoch gestiegen. Dieser Erfolg mindert jedoch nicht die Dringlichkeit seiner Aufgabe. Von der Kall betont, dass in einer Branche, in der Anpassungsfähigkeit nun unerlässlich ist, kein Platz für Selbstzufriedenheit bleibt.
Die Überprüfung der Zeit-Abläufe durch von der Kall wird die Zukunft des Unternehmens in einem volatilen Medienumfeld prägen. Sein Fokus liegt darauf, Stabilität und Wachstum für das nächste Jahrzehnt zu sichern. Die Ergebnisse dieser Veränderungen werden entscheiden, ob die Zeitung ihre Position in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt behaupten kann.






