Zufit Simon eröffnet Best OFF Festival mit provokanter Tanzpremiere The Fight Club
Bela WinklerZufit Simon eröffnet Best OFF Festival mit provokanter Tanzpremiere The Fight Club
Choreografin Zufit Simon eröffnet das Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover am 23. April mit ihrer neuesten Arbeit The Fight Club. Das Stück markiert einen weiteren mutigen Schritt in ihrer Karriere, die sich durch die Ablehnung traditionellen Erzählens zugunsten roher, ungeschönter Bewegung auszeichnet. Simon, heute 45, prägt seit 25 Jahren den zeitgenössischen Tanz in Deutschland, nachdem sie mit Anfang zwanzig aus Israel nach Deutschland gezogen war.
Ihr erster Auftritt auf einer deutschen Bühne erfolgte 2002 in München in Turm zu Babel der Company CobosMika. Im Laufe der Jahre entwickelte sie einen unverwechselbaren Stil – kühl, aber nie kalt, fernab romantischer Spektakel und erzählerisch geprägten Tanzes. Viele ihrer Stücke feierten im LOT Theater Premiere, einer zentralen Spielstätte für unabhängige Choreograf:innen, bis es 2024 aus finanziellen Gründen schließen musste.
Unterstützung erhielt Simon unter anderem von Dietrich Oberländers artblau Tanzwerkstatt in Braunschweig, die mehrere ihrer Projekte produzierte. Doch 2016 zog das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur die konzeptionelle Förderung für ihre Produktionen zurück, was sie vor finanzielle Herausforderungen stellte.
Trotz Rückschlägen folgte Anerkennung: 2024 gewann sie den Best OFF Festival-Preis für Radical Cheerleading, ein Stück, das ihr Talent für die Verbindung von Konfrontation und Präzision unter Beweis stellte. Ein Jahr später ehrte sie München mit dem Lifetime Achievement Award für ihr Lebenswerk im Tanz.
The Fight Club setzt Simons Fokus auf Themen wie Kampf und männliche Energie fort. Anders als in früheren Arbeiten geht es hier um körperliche Auseinandersetzung – ganz ohne sentimentale Anklänge. Ihre neue Produktion erscheint zu einer Zeit, in der ihr Einfluss auf den deutschen Tanz ungebrochen ist. Mit The Fight Club festigt sie ihren Ruf für kompromisslose, visuell beeindruckende Choreografie. Die Festspieleröffnung in Hannover bietet dem Publikum erneut die Gelegenheit, ihre sich ständig weiterentwickelnde Herangehensweise an Bewegung und Performance zu erleben.






