250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland
Rebekka Langern250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland
Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen hat einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, um männliche Gewalt in Deutschland zu bekämpfen. Zu der Gruppe gehören Politikerinnen, Unterhalterinnen, Aktivistinnen und Künstlerinnen, die dringende Rechtsreformen fordern. Ihre Forderungen umfassen strengere Gesetze gegen digitale Gewalt, die Einführung einer klaren Zustimmungsregelung bei sexuellen Handlungen sowie die Anerkennung von Femizid als eigenständiges Straftatbestand.
Unter den Unterzeichnerinnen finden sich namhafte Persönlichkeiten wie SPD-Chefin Bärbel Bas, die Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner, die Schauspielerin Veronica Ferres, die Komikerin Carolin Kebekus und die Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Sie fordern tiefgreifende Veränderungen – darunter die Aufnahme von Femizid als eigenen Straftatbestand ins deutsche Strafgesetzbuch. Zudem soll das Sexualstrafrecht nach dem Prinzip der expliziten Zustimmung reformiert werden: Nur ein klares "Ja" soll als Einwilligung gelten.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf digitaler Gewalt. Die Initiative verlangt ein Gesetz, das Plattformen verpflichtet, schädliche Inhalte zügig zu löschen und Täter zu identifizieren. Gefordert wird zudem ein Verbot von KI-gestützten "Nacktbild-Apps", die Menschen auf Fotos ohne deren Zustimmung entkleiden. Auch nicht konsensuelle, sexualisierte Deepfakes sollen laut der Gruppe unter Strafe gestellt werden.
Die Bundesregierung hat bereits auf einige dieser Forderungen reagiert. Justizministerin Stefanie Hubig kündigte an, einen Gesetzentwurf bis Frühjahr 2026 vorzulegen, der die Erstellung und Verbreitung von Deepfake-Pornografie unter Strafe stellt – mit Haftstrafen von bis zu zwei Jahren. Zudem sollen Stalking-Tools wie AirTags reguliert und die Strafverfolgung von Plattformen und Tätern erleichtert werden. Der Vorstoß folgt auf prominente Fälle, darunter jenem der Schauspielerin Collien Fernandes, und baut auf dem Koalitionsvertrag von 2025 auf.
Das Frauenbündnis hat klare rechtliche Forderungen formuliert, um Gewalt und digitale Übergriffe zu bekämpfen. Die beschleunigte Umsetzung neuer Gesetze durch die Regierung deutet darauf hin, dass einige Vorschläge bald Realität werden könnten. Sollten die Reformen verabschiedet werden, wären sie ein bedeutender Schritt in der Art und Weise, wie Deutschland sexualisierte Straftaten und Online-Belästigung ahndet.






