Böhmermanns provokante Kunstschau fordert Berliner Publikum ohne Handys heraus
Dorit GierschnerBöhmermanns provokante Kunstschau fordert Berliner Publikum ohne Handys heraus
Jan Böhmermanns neueste Ausstellung Die Möglichkeit der Unvernunft hat vergangenes Wochenende im Berliner Haus der Kulturen der Welt ihre Pforten geöffnet. Die provokante Schau verbindet Kunst, Satire und persönliche Geschichte und ist noch bis zum 19. Oktober 2025 zu sehen. Besucher wird sofort eine ungewöhnliche Regel auffallen: An der Eingangskontrolle müssen sie ihr Handy abgeben.
Den Auftakt der Ausstellung bildet eine schlaffe, aufblasbare Freiheitsstatue, die in einem Wasserbecken treibt – eine Anspielung auf das US-amerikanische Geschenk des Originals an Deutschland. Daneben hängen KI-generierte Aktbilder des ehemaligen CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz, begleitet von einer nachgestellten Einbürgerungstest-Szene. Persönliche Erinnerungsstücke aus Böhmermanns Fernsehkarriere, darunter eine Goldene Schallplatte des Rappers Bushido und ein Boxsack von Jan Marsalek, thronen auf Sockeln.
Alle 28 Minuten zerfetzt eine Maschine ein Stofftier – es sei denn, ein Besucher zahlt 20 Euro, um das Schreddern zu stoppen und ein Selfie zu machen. An anderer Stelle richtet sich ein Teleskop auf einen Spiegel, der den Blick ins Büro des benachbarten Bundeskanzlers freigibt. Teil der Schau ist auch eine Gedenktafel für eine 1966 im Park erwürgte Prostituierte.
86.000 DIN-A4-Seiten mit Gerichtsakten aus Böhmermanns juristischen Auseinandersetzungen sind als Teil der Installation ausgestellt. Mit seiner typischen Mischung aus Humor, Gesellschaftskritik und Absurdität fordert der Künstler die Besucher heraus, das Gesehene zu hinterfragen.
Die Ausstellung ist täglich bis zum 19. Oktober 2025 geöffnet. Die Besucher verlassen sie zwar ohne Handy, dafür aber mit einer Reihe beunruhigender, satirischer und zutiefst persönlicher Eindrücke. Das Haus der Kulturen der Welt ist erneut zur Bühne für Böhmermanns ungeschönte Abrechnung mit Politik, Medien und Gesellschaft geworden.






