Bundesregierung greift ein: Neue Regeln gegen explodierende Spritpreise 2026
Dorit GierschnerBundesregierung wird ihren Kraftstoffpreisplan bis Anfang April abschließen - Bundesregierung greift ein: Neue Regeln gegen explodierende Spritpreise 2026
Die deutsche Bundesregierung ergreift Maßnahmen, um die stark gestiegenen Spritpreise in den Griff zu bekommen. Nach den jüngsten deutlichen Preissprüngen soll ein neues Entlastungspaket für mehr Fairness und Transparenz an den Tankstellen sorgen. Zudem kündigten die Verantwortlichen an, Teile der strategischen Ölreserven des Landes freizugeben, um die globalen Marktpreise zu stabilisieren.
In Deutschland sind die Spritpreise zu Beginn des Jahres 2026 stärker gestiegen als im europäischen Durchschnitt. Benzin verteuerte sich um 3,5 Prozent, Diesel um 4,6 Prozent – fast das Doppelte des EU-weiten Anstiegs von 1,5 bis 1,8 Prozent. Dieser Preisschub folgt auf eine Phase der Entspannung: 2025 lagen die Preise noch unter dem EU-Schnitt, mit Super E10 bei 1,69 Euro pro Liter und Diesel 33 Cent günstiger als 2022.
Eine überparteiliche Taskforce traf sich kürzlich mit Mineralölkonzernen und Branchenvertretern, um das Problem zu lösen. Der Gesetzentwurf der Regierung sieht schärfere Regeln vor: Tankstellen dürfen die Preise künftig nur noch einmal täglich erhöhen, Senkungen sind jedoch jederzeit möglich. Zudem erhält das Bundeskartellamt erweiterte Befugnisse, um ungerechtfertigte Großhandelspreiserhöhungen zu prüfen und zu blockieren.
Nach den neuen Vorschriften müssen Unternehmen künftig jede Preiserhöhung begründen – die Beweislast kehrt sich damit um. Branchenvertreter wehren sich jedoch gegen die Pläne und betonen, sie hätten ihre Preispolitik bereits ausreichend erklärt. Der Gesetzgebungsprozess soll bis Ende März oder Anfang April abgeschlossen sein, die endgültige Verabschiedung des Pakets ist für Anfang April vorgesehen.
Ziel der Regierungsmaßnahmen ist es, die Belastung für Autofahrer zu verringern und die Marktaufsicht zu verbessern. Falls das Gesetz verabschiedet wird, werden tägliche Preiserhöhungen begrenzt und Kraftstofflieferanten müssen ihre Preisanpassungen transparenter darlegen. Die Freigabe der strategischen Ölreserven könnte in den kommenden Monaten zusätzlich dazu beitragen, die Kosten zu stabilisieren.






