01 April 2026, 00:46

Deutschland beschleunigt Rückgabe kolonialer Raubkunst und menschlicher Überreste

Ein altes Buch mit dem Titel "Z.D. Nürnberg, Deutschland, 1791" mit einem Stempel, der die erste Auflage angibt, und handgeschriebenem Text auf seinen Seiten.

Kulturminister Weimer bereitet Gesetz für die Rückgabe geraubter Kunst vor - Deutschland beschleunigt Rückgabe kolonialer Raubkunst und menschlicher Überreste

Deutschland treibt die Pläne zur Rückgabe von menschlichen Überresten und Kulturgütern voran, die während seiner kolonialen Vergangenheit entwendet wurden. Bis Anfang 2026 haben bereits mindestens acht Länder – darunter Namibia, Tansania und Nigeria – Rückführungsvereinbarungen abgeschlossen. Nun soll ein neues Gesetz den Prozess für weitere Nationen beschleunigen, die noch immer die Rückkehr gestohlener Objekte fordern.

Kulturminister Wolfram Weimer arbeitet an einem Gesetzesentwurf, der sowohl die Restitution von NS-Raubkunst als auch die Rückgabe von in der Kolonialzeit geraubten Gütern regeln soll. Das Gesetz wird vorschreiben, dass alle während der Kolonialherrschaft nach Deutschland gebrachten menschlichen Überreste erfasst und den Herkunftsländern zur Rückführung angeboten werden müssen. Gegenstände, die als zu Unrecht besessen identifiziert werden, sollen laut Weimer "unverzüglich" zurückgegeben werden.

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Das geplante Gesetz wird zudem die bestehenden Schiedsregeln auf privat besessene Raubkunst ausweiten. Das bedeutet, dass Museen, Sammler und Institutionen, die umstrittene Objekte besitzen, unter rechtlichen Druck geraten, diese zurückzugeben. Die Regierung rechnet damit, dass das Gesetz bis Anfang 2029 verabschiedet wird.

Über die Rückgaben hinaus kündigte Weimer Pläne für eine umfassendere Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte an. Ein neues bundesweites Konzept soll sich diesem Erbe widmen, darunter die Schaffung einer eigenen Gedenkstätte. Der Schritt folgt jahrelangen Verhandlungen mit betroffenen Nationen, von denen viele seit Langem eine Aufarbeitung einfordern.

Das bevorstehende Gesetz wird Deutschlands Vorgehen bei der Rückgabe gestohlener Überreste und Artefakte formalisieren. Länder wie Papua-Neuguinea und pazifische Inselstaaten wie die Marshallinseln haben bereits Vereinbarungen erzielt. Sobald das Gesetz in Kraft tritt, wird es klare Regeln für künftige Ansprüche festlegen und eine schnellere Rückgabe von zu Unrecht besessenen Objekten sicherstellen.

AKTUALISIERUNG

Political Foundations and Advocacy Behind Germany's Restitution Law

The new law builds on earlier political commitments and advocacy. Key background includes:

  • A 2025 arbitration court for Nazi-looted art, initially limited to public collections.
  • Union and SPD coalition agreement (2021) mandated legal frameworks for private restitution claims.
  • Jewish institutions like the Zentralrat der Juden long demanded legislation to address privately held NS-Raubkunst.