03 April 2026, 10:16

Deutschland erhält erstmals LNG aus dem Oman – trotz Golfkrise stabil

Liniengraph, der einen Rückgang der projizierten zukünftigen Ölimport-Erwartungen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Deutschland erhält erstmals LNG aus dem Oman – trotz Golfkrise stabil

Deutschland hat mit den ersten Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) aus dem Oman begonnen – trotz der zunehmenden Störungen in der Golfregion. Die Ankünfte markieren den Start eines langfristigen Abkommens zwischen dem deutschen Energieunternehmen SEFE und Oman LNG, das 2023 unterzeichnet wurde. Doch die Spannungen in der Straße von Hormus zwingen zahlreiche Tanker zu Umleitungen, verändern die globalen Gasströme und treiben die Preise in Europa in die Höhe.

2023 sicherte sich SEFE einen Vierjahresvertrag mit Oman LNG über jährlich 0,58 Milliarden Kubikmeter Gas, wobei die Lieferungen ursprünglich ab 2026 vorgesehen waren. Die ersten Frachten trafen jedoch bereits im Oktober 2023 vorzeitig ein, was die vorzeitige Aktivierung des Vertrags bestätigt. Im Gegensatz zu anderen Golfstaaten bleiben die Lieferungen aus dem Oman von der Blockade der Straße von Hormus unberührt, da seine Exportrouten östlich der Krisenregion verlaufen.

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Die gesamte Golfregion ist von schweren Störungen betroffen, nachdem iranische Angriffe sowie Gegenangriffe der USA und Israels die Straße von Hormus blockiert haben. In der Folge müssen LNG-Tanker nach Asien umgeleitet werden – vor allem nach Indien, China, Taiwan und Japan. Bis März 2026 hatten die daraus resultierenden Engpässe die Gaspreise in Europa weiter steigen lassen und Schwachstellen offenbart, trotz der Bemühungen, die Abhängigkeit von russischen Lieferungen zu verringern.

Auch Katar, ein wichtiger LNG-Exporteur, sieht sich durch die Krise in seinen Lieferungen eingeschränkt. Da die Golf-Exporte ausfallen, hat sich der Wettbewerb um alternative Quellen – darunter US-Exporte und potenzielle afrikanische Lieferanten – verschärft. Die neu gebauten LNG-Terminals in Deutschland bieten zwar eine gewisse Pufferwirkung, doch der Markt bleibt unter Druck.

Ein Sprecher von SEFE bestätigte, dass die Lieferungen aus dem Oman wie geplant verlaufen und von den Spannungen im Golf nicht betroffen sind. Der Vertrag des Unternehmens garantiert einen kontinuierlichen LNG-Strom, auch wenn die weiteren Störungen in der Lieferkette die Energiesicherheit Europas weiterhin auf die Probe stellen. Vorerst bieten Deutschlands Importe aus dem Oman einen seltenen Stabilitätsanker in einem ansonsten volatilen Markt.

Quelle