Elternzeit und Teilzeit: Warum die Rente unter Kindererziehung leidet
Rebekka LangernElternzeit und Teilzeit: Warum die Rente unter Kindererziehung leidet
Elternzeit oder Teilzeitarbeit: Wie Kindererziehung die Rente schmälert
Wer für die Kinderbetreuung eine Auszeit vom Beruf nimmt oder die Arbeitszeit reduziert, muss später oft mit deutlichen Renteneinbußen rechnen. Besonders Frauen sind betroffen: Nach Elternzeit oder Teilzeitarbeit drohen im Alter niedrigere Rentenauszahlungen. Je länger die Einkommenslücke oder Berufspause dauert, desto größer wird der finanzielle Nachteil.
Ein einjähriger Berufsausstieg bei einem Bruttogehalt von 3.000 Euro monatlich führt später zu rund 30 Euro weniger Rente pro Monat. Nach zwei Jahren steigt der Verlust bereits auf 60 Euro. Bei längeren Pausen oder reduzierter Stundenzahl wächst die Lücke weiter.
Wer von Vollzeit auf 30 Stunden pro Woche wechselt, sammelt jährlich etwa 25 Prozent weniger Rentenpunkte an. Bei dauerhafter Halbzeitarbeit halbieren sich die Punkte – das bedeutet im Alter rund 163 Euro weniger Rente pro Monat. Zudem zahlen Arbeitgeber nach vier Wochen unbezahltem Urlaub keine Sozialversicherungsbeiträge mehr, was die Altersvorsorge zusätzlich mindert.
Der Staat bietet zwar Unterstützung: Pro Kind können bis zu drei Jahre Kindererziehungszeit angerechnet werden, was einen Rentenpunkt pro Jahr bringt (2025 sind das 40,79 Euro, 2026 steigt der Wert auf 42,52 Euro). Für vor 1992 geborene Kinder gibt es sogar einen höheren monatlichen Zuschlag von 101,98 Euro, wenn die vollen 2,5 Punkte beantragt werden. Allerdings werden diese Leistungen nicht automatisch gewährt – sie müssen aktiv beantragt werden.
Um die Einbußen abzufedern, helfen freiwillige Rentennachzahlungen (112,16 Euro monatlich) oder ein Arbeitszeitkonto, um die Lücken zu schließen. Ohne Gegenmaßnahmen steigen die langfristigen Kosten für Berufspausen oder Teilzeitarbeit weiter an.
Eltern müssen die Kindererziehungszeiten aktiv beantragen, um überhaupt einen teilweisen Ausgleich zu erhalten. Ohne Anpassungen führen reduzierte Arbeitszeiten oder Auszeiten für die Kinderbetreuung zu dauerhaften Renteneinbußen – im schlimmsten Fall summieren sich die Verluste auf mehrere hundert Euro weniger im Monat.






