25 June 2026, 14:13

Entwicklungshilfe in der Krise: NGO-Chefs fordern radikale Reformen und mehr lokale Mitsprache

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

Entwicklungshilfe in der Krise: NGO-Chefs fordern radikale Reformen und mehr lokale Mitsprache

Die Generalsekretäre von Welthungerhilfe und Terre des Hommes haben am Mittwoch ihre jährliche Bewertung der deutschen Entwicklungspolitik vorgestellt. Mathias Mogge und Joshua Hofert warnten, dass sich verschärfende Krisen, Kriege und der Klimawandel den Druck auf die Entwicklungszusammenarbeit weiter erhöhen. Sie forderten dringende Reformen, um die Wirksamkeit und Zielgenauigkeit der Hilfe zu verbessern.

Mogge und Hofert betonten, dass die Entwicklungszusammenarbeit stärker an den Bedürfnissen der Partnerländer ausgerichtet werden müsse. Reformen dürften nicht allein von Berlin aus gesteuert werden, sondern müssten von Anfang an die lokale Zivilgesellschaft und junge Menschen einbeziehen. Die Nichtregierungsorganisationen begrüßten zwar die Neuausrichtung der Entwicklungspolitik, kritisierten jedoch das Fehlen einer kohärenten Strategie in den aktuellen Plänen.

In ihrem gemeinsamen Bericht hoben die Organisationen hervor, dass Hilfe bedarfsorientiert, neutral und unabhängig bleiben müsse. Sie dürfe nicht an Sicherheits-, Migrations- oder geopolitische Interessen geknüpft werden. Beide Institutionen unterstrichen zudem, dass es nicht nur um höhere Mittel gehe, sondern vor allem um die Qualität der Hilfe.

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Seit 2022 hat die Bundesregierung das Budget für Entwicklungszusammenarbeit um ein Drittel gekürzt. Für 2027 sind weitere Kürzungen vorgesehen – trotz Forderungen, die Mittel für humanitäre Hilfe von einer Milliarde Euro im kommenden Jahr auf 2,8 Milliarden Euro zu erhöhen. Mogge betonte den dringenden Bedarf an präventiven Maßnahmen statt nur an Krisenreaktionen.

Die Organisationen wiesen darauf hin, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit nur dann gelingen könne, wenn sie mit lokalen Akteuren abgestimmt werde. Sie forderten die Bundesregierung auf, die Spannung zwischen eigenen Interessen und denen der Partnerländer zu überwinden. Als zentrale Schritte schlagen sie Bürokratieabbau und mehr Autonomie für die Zivilgesellschaft vor.

Der Bericht plädiert für inklusivere und transparente Entscheidungsprozesse in der Entwicklungspolitik. Zudem wird eine höhere Finanzierung humanitärer Hilfe gefordert, um den wachsenden globalen Herausforderungen zu begegnen. Die Vorschläge zielen darauf ab, dass die Hilfe wirksam bleibt und auf lokale Bedürfnisse eingeht.

Quelle