Europas digitale Souveränität: Wie Schwarz Digits und SAP die Tech-Zukunft sichern
Bela WinklerEuropas digitale Souveränität: Wie Schwarz Digits und SAP die Tech-Zukunft sichern
Europa strebt danach, seine Abhängigkeit von ausländischen Tech-Giganten zu verringern, indem es die eigene digitale Infrastruktur ausbaut. Unternehmen wie Schwarz Digits, SAP SE und Talanx investieren massiv in Cloud-Computing, KI und Projekte zur Datensouveränität. Ziel ist es, europäische Daten auf dem Kontinent zu halten und gleichzeitig Innovation unter klaren regulatorischen Rahmenbedingungen zu fördern.
Schwarz Digits, geleitet von Rolf Schumann und Christian Müller, wandelt die Schwarz Group in einen Anbieter digitaler Infrastruktur um. Das Unternehmen steckt 11 Milliarden Euro in ein neues Rechenzentrum in Lübbenau, Brandenburg. Die Anlage wird 100.000 Grafikprozessoren (GPUs) beherbergen und eine Rechenleistung bieten, die das Zehnfache des kürzlich eröffneten Rechenzentrums von Deutsche Telekom und Nvidia erreicht.
Das Projekt unterstützt Europas Bestrebungen nach digitaler Souveränität – ein Konzept, das auf die Kontrolle über Daten, Infrastruktur und Wertschöpfung abzielt. Schwarz Digits setzt auf Open-Source-Technologie, um Transparenz in den Datenströmen zu gewährleisten. Zudem arbeitet das Unternehmen mit Firmen wie Aleph Alpha zusammen, um die Hoheit über seine KI-Fähigkeiten zu bewahren.
Schumann betont, dass Europas Stärken nicht allein in großen Sprachmodellen wie ChatGPT liegen. Stattdessen sieht er KI als Produktivitätsmotor, der echten Mehrwert generieren kann. Gleichzeitig befürwortet er Regulierung und fordert, dass Europa einen Rahmen schaffen muss, der verantwortungsvolle Innovation ermöglicht, ohne den Fortschritt zu ersticken.
Auch andere deutsche Unternehmen gehen ähnliche Wege. SAP SE verzeichnete im vierten Quartal 2025 ein Wachstum von 25 Prozent bei seinen Cloud-Auftragsbeständen – angetrieben durch in zwei Dritteln der Cloud-Aufträge integrierte KI. Talanx hingegen konzentriert sich auf skalierbare KI-Anwendungen zur Steigerung der Effizienz, wie im Jahresbericht 2025 dargelegt.
Ein mittelständisches europäisches Produktionsunternehmen hat ebenfalls ein dezentrales Cloud-Modell eingeführt. Durch Investitionen in Höhe von 2,4 Millionen Euro in private 5G-Netze, Edge-Computing und hybride Architektur konnte das Unternehmen Ausfallzeiten um 27 Prozent reduzieren und die lokale Datensouveränität verbessern.
Der EU AI Act und die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gelten als zentrale Instrumente, um Vertrauen in digitale Systeme aufzubauen. Allerdings warnen Unternehmen vor Überregulierung, die die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen könnte. Mit großen Investitionen in Cloud und KI positionieren sich Unternehmen wie Schwarz Digits, um Europa die Kontrolle über seine digitale Zukunft zurückzugeben.






