16 April 2026, 12:15

Glasfaserausbau in Deutschland: Warum offene Netze und Interoperabilität die Branche verändern

Plakat, das das Affordable Connectivity Program bewirbt, mit Text, der über 15 Millionen Haushalte angibt, die sich angemeldet haben, um bei High-Speed-Internet zu sparen, und einem Logo.

Glasfaserausbau in Deutschland: Warum offene Netze und Interoperabilität die Branche verändern

Deutschlands Glasfaserbranche setzt auf Interoperabilität und offenen Netzzugang

Die Glasfaserindustrie in Deutschland bewegt sich hin zu mehr Kompatibilität und offenem Netzzugang. Eine neue standardisierte Schnittstelle, S/PRI, hat sich weit verbreitet, um die Vernetzung zwischen verschiedenen Netzen zu verbessern. Gleichzeitig mehren sich die Forderungen nach strengeren Regulierungen, da immer mehr Betreiber ihre Infrastruktur im Land ausbauen.

Fast 300 Netzbetreiber verlegen derzeit Glasfaserkabel in Deutschland. Viele setzen zunehmend auf Open-Access-Vereinbarungen, um das Wachstum voranzutreiben. Deutsche GigaNetz hat kürzlich Abkommen mit dem schwedischen Internetdienstanbieter Bahnhof und Westconnect geschlossen, sodass mehrere Anbieter die eigene Infrastruktur nutzen können.

Ein Entwurf des Telekommunikationsgesetzes (TKG) sieht schärfere Vorschriften für Regionen mit nur einem Glasfasernetz vor. Betreiber wären dann gesetzlich verpflichtet, mit Dritten über den Netzzugang zu verhandeln. Einige Unternehmen warnen jedoch, dass zu starke Regulierung künftige Investitionen abschrecken könnte.

Bei den Verbrauchern steigt unterdessen die Nachfrage nach mehr Auswahl. Studien zeigen, dass 83 Prozent der Kunden von 1&1 Versatel sich die Freiheit wünschen, den Anbieter wechseln zu können. Auch Plusnet bereitet sich darauf vor, eigene Dienste über die Netze von OXG anzubieten. Die Stadtwerke Neustadt am Rübenberge haben angekündigt, ihr Glasfasernetz bis 2030/2031 für Konkurrenten zu öffnen.

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Daniela Brönstrup, Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur (BNetzA), befürwortet strengere Kontrollen in Fällen, in denen offener Netzzugang scheitert. Ihrer Meinung nach sollte die Regulierung eingreifen, wenn der Wettbewerb auf dem Markt zu schwach bleibt.

Der Trend zu mehr Offenheit verändert den deutschen Glasfasermarkt. Die Betreiber müssen Expansion und regulatorischen Druck in Einklang bringen, während Verbraucher zunehmend Flexibilität bei der Anbieterwahl erwarten. Die Einführung von S/PRI und neue Kooperationen deuten auf eine vernetztere Zukunft hin – doch die Risiken für Investitionen bleiben eine zentrale Herausforderung.

Quelle