21 March 2026, 18:15

Gottesdienst im Marstall-Zelt: Wo Oktoberfest und Andacht sich begegnen

Große Gruppe von Menschen an Tischen unter einem Zelt auf dem Oktoberfest in München, mit Taschen und Gegenständen auf den Tischen, festlichem Hintergrund von Zelten, Lichtern und Fahnen.

Gottesdienst im Marstall-Zelt: Wo Oktoberfest und Andacht sich begegnen

Jedes Jahr findet inmitten des Münchner Oktoberfests ein ganz besonderer Gottesdienst statt. Im Marstall-Zelt während der ersten Festwoche vereint er Tradition mit dem lebhaften Treiben der Wiesn. Das Ereignis zieht Scharen von Besuchern an, die ihre Feierlaune für einen Moment unterbrechen, um gemeinsam zu beten – mit Musik, Kirchenliedern und sogar einem gemeinsamen Kelch Wein.

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Geleitet wird der Gottesdienst von einem Pfarrer ohne feste Gemeinde. Stattdessen reist er zu den Menschen, ähnlich wie die BONI-Busse, mobile Seelsorgefahrzeuge, die von über 500 katholischen Gruppen in Deutschland für temporäre Andachten genutzt werden. Im voll besetzten Zelt trinken nur sechs Männer aus einem einzigen goldenen Kelch, der im Rahmen des Rituals weitergereicht wird. Einer von ihnen tritt ans Mikrofon und wendet sich an die Menge.

Die Königlich Bayerische Vollgas-Orchester füllt den Raum mit Halleluja-Melodien und verbindet so festliche Stimmung mit Andacht. Irgendwann erhebt sich die gesamte Menge, um Lobt den Herrn zu singen – ihre Stimmen überlagern das übliche Oktoberfest-Gewusel. Die Szene ist eine Mischung aus Ehrfurcht und Feierlaune, ohne festen Dorfplatz, nur ein Zelt, ein gemeinsamer Moment und das vertraute Festtreiben draußen.

Dieser jährliche Gottesdienst hebt sich als Moment der Besinnung aus dem Trubel des Oktoberfests hervor. Er verbindet Musik, Andacht und Gemeinschaft an einem ungewöhnlichen Ort. Für die Teilnehmer ist es eine Gelegenheit, innezuhalten, zu singen und zu teilen – wenn auch nur für eine Stunde –, bevor es zurück in die Feierlichkeiten geht.

Quelle