03 May 2026, 20:12

Internationale Studierende retten Deutschlands Wirtschaft – doch Gebühren drohen

Eine Liniengrafik, die die Beschäftigungsquote in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Internationale Studierende retten Deutschlands Wirtschaft – doch Gebühren drohen

Deutschland steht vor wirtschaftlichen Herausforderungen, die zu einem verlorenen Jahrzehnt beim realen Wirtschaftswachstum führen könnten. Gleichzeitig erweisen sich internationale Studierende jedoch als bedeutende finanzielle Bereicherung für das Land. Eine aktuelle Studie zeigt: Jede Gruppe von 1.000 ausländischen Erstsemestern bringt der Wirtschaft über einen Zeitraum von 44 Jahren einen Mehrwert von 620 Millionen Euro.

Im Jahr 2022 verzeichnete Deutschland dank der internationalen Studierenden, die ihr Studium aufnahmen, einen öffentlichen Überschuss von 7,36 Milliarden Euro. Zwar geben deutsche Steuerzahler jährlich etwa 11.000 Euro pro ausländischem Studierenden für deren Ausbildung aus – doch die langfristigen volkswirtschaftlichen Vorteile wiegen dies offenbar mehr als auf. Ohne Studiengebühren leisten diese Studierenden dennoch einen erheblichen Beitrag zur Wirtschaftsleistung des Landes.

Aktuell erheben zwei Drittel der europäischen Länder spezielle Gebühren für internationale Studierende. In Deutschland verlangt Baden-Württemberg von Studierenden aus Nicht-EU-Staaten bereits 1.500 Euro pro Semester. Nun hat auch Sachsen einen ähnlichen Gesetzentwurf vorgelegt, der Studierenden jedoch ermöglicht, die Zahlungen erst nach dem Studienabschluss zu leisten.

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Experten zufolge könnte die Gewinnung ausländischer Studierender helfen, den deutschen Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Bei einer jährlichen Nettozuwanderung von 400.000 Menschen bis 2035 ließe sich ein Rückgang der Erwerbsbevölkerung möglicherweise abwenden. Die Öffnung der Hochschulen für mehr internationales Talent könnte zudem Fachkräftemangel in Schlüsselsektoren lindern.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen internationaler Studierender gehen dabei weit über Studiengebühren hinaus. Selbst ohne vorab erhobene Gebühren profitiert Deutschland langfristig finanziell von ihrer Anwesenheit. Nun stehen die politischen Entscheidungsträger vor der Aufgabe, die Bildungskosten mit dem wachsenden Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften in den kommenden Jahrzehnten in Einklang zu bringen.

Quelle