Klimaschutzprogramm 2026: Fortschritte bei Ökostrom – doch Aktivisten bleiben skeptisch
Dorit GierschnerKlimaschutzprogramm 2026: Fortschritte bei Ökostrom – doch Aktivisten bleiben skeptisch
Das Klimaschutzprogramm 2026 der Bundesregierung wurde am Mittwoch vom Kabinett verabschiedet. Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future (FFF) kritisieren den Plan jedoch als unzureichend für echten Klimaschutz.
Das neue Programm setzt ehrgeizige Ziele, darunter den Ausbau der Windkraft an Land um zusätzliche 12 Gigawatt (GW) bis 2030 – genug für etwa 2.000 neue Anlagen. Dies folgt auf Rekordgenehmigungen von 20 GW im Vorjahr. Infolge dessen stammen inzwischen 50,3 Prozent des Stroms in den ersten Monaten 2026 aus erneuerbaren Energien, nach 48,2 Prozent im Jahr 2025. Bis 2030 soll der Ökostromanteil auf 80 Prozent steigen.
Trotz dieser Fortschritte wirft FFF-Sprecherin Linda Kastrup dem Programm vor, keine substanzielle Verbesserung zu bringen. Sie verwies auf aktuelle Rückschläge wie Verzögerungen beim Netzausbau, Schwächen im Gebäudeenergiegesetz und Mängel im Erneuerbare-Energien-Gesetz. Nach Ansicht von FFF bremsen diese politischen Rückschritte den Umstieg auf nachhaltige Wärmeversorgung und erneuerbare Energien aus.
Kastrup betonte zudem, dass zwar der Anteil erneuerbarer Energien gestiegen sei – 2025 machten sie 23,8 Prozent des Bruttoendenergieverbrauchs aus –, dieser Zuwachs jedoch die grundsätzlichen Versäumnisse der Regierungspolitik nicht ausgleiche. Die Gruppe wirft dem Programm vor, irreführend zu sein, da es keine dringend benötigten Maßnahmen für wirksamen Klimaschutz enthalte.
Das Klimaschutzprogramm 2026 sieht zwar einen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien vor, doch Kritiker monieren fehlende politische Flankierung. Ohne konsequentere Schritte in den Bereichen Energie, Wärme und Verkehr warnen Aktivisten, dass Deutschlands Klimaziele weiter in Gefahr sind.






