"Mai ohne Mähen": Wie ungemähte Rasenflächen die Artenvielfalt retten
Immer mehr deutsche Städte und Hausbesitzer beteiligen sich am "Mai ohne Mähen" – einer Kampagne, die dazu aufruft, Rasenflächen bis Ende Mai ungemäht zu lassen. Die Initiative soll die Artenvielfalt schützen, die Bodengesundheit verbessern und Grasländereien widerstandsfähiger gegen den Klimawandel machen. Bisher haben sich rund 150 Kommunen offiziell angeschlossen, mit der höchsten Beteiligung in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg.
Viele Rasenflächen in Deutschland werden auf nur zwei Zentimeter heruntergemäht, wodurch nektarreiche Pflanzen und Insektenlebensräume zerstört werden. Im Gegensatz dazu fördert höheres Gras Wildblumen wie Schafgarbe, Löwenzahn und Spitzwegerich – Pflanzen, die nicht nur der Gesundheit von Nutztieren zugutekommen, sondern sogar den Geschmack von Milch und Käse beeinflussen. Studien zeigen, dass artenreiche Wiesen Dürreperioden besser überstehen als intensiv bewirtschaftetes Gras, da ihre tieferen Wurzeln Feuchtigkeit speichern und den Bewässerungsbedarf verringern.
Deutschland steht in der Kritik, weil es niedrige und bergige Heuwiesen nicht ausreichend nach EU-Recht schützt. Gleichzeitig säen Landwirte auf degradierten Flächen oft leistungsstarke Gräser neu aus, was die Kosten erhöht, während sich der Klimawandel verschärft. Die Stadt Anklam bei Schwerin nahm 2023 erstmals am "Mai ohne Mähen" teil und ließ rund 15 Hektar öffentliches Grün ungemäht.
Artenreiche Grasländer spielen auch eine Schlüsselrolle bei der Kohlenstoffspeicherung, da sie große Mengen CO₂ als organische Substanz im Boden binden. Untersuchungen bestätigen, dass vielfältige Wiesen während Dürren widerstandsfähig bleiben, während Monokultur-Grasflächen leiden oder absterben.
Bis Ende März 2026 hatten sich etwa 150 deutsche Kommunen für den "Mai ohne Mähen" angemeldet, mit dem stärksten Zuspruch in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Die Kampagne trägt dazu bei, Lebensräume wiederherzustellen, den Wasserverbrauch zu senken und die Klimaresilienz zu stärken – und das allein, indem man das Gras einfach länger wachsen lässt. Landwirte, Hausbesitzer und lokale Behörden erkennen zunehmend die Vorteile dieses kostengünstigen Ansatzes.






