22 March 2026, 00:15

Rainer Wendt verlässt die DPolG nach 19 Jahren mit klarem politischem Vermächtnis

Eine Karte von Deutschland aus dem 19. Jahrhundert, die seine politischen Teilungen zeigt, auf altem Papier mit Text oben und unten gedruckt.

Rainer Wendt verlässt die DPolG nach 19 Jahren mit klarem politischem Vermächtnis

Rainer Wendt, der langjährige Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), tritt nach 19 Jahren im Amt zurück. Er verlässt sein Amt zufrieden mit den Errungenschaften des Verbandes und dessen Einfluss auf die Bundespolitik. In jüngsten Interviews äußerte Wendt zudem seine Einschätzung zur aktuellen politischen Lage – mit Lob für einige Führungspersönlichkeiten, aber auch scharfer Kritik an der allgemeinen Stagnation in Deutschland.

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Besonders hob Wendt Innenminister Alexander Dobrindt als die schlagkräftigste Figur der Regierung hervor, der sich Problemen widme, die seit über einem Jahrzehnt ignoriert worden seien. Sein Lob ging einher mit harter Kritik an der politischen Lähmung Deutschlands, ein Thema, das er in seinem neuen Buch "Deutschland in der Warteschleife" vertieft. Darin argumentiert er, das Land stecke weiterhin in Verdrängung, Verantwortungslosigkeit und schwachen Ausreden fest.

Rückblickend auf die jüngsten Wahlen gab Wendt seine Enttäuschung über die Niederlage der CDU in Baden-Württemberg zu. Gleichzeitig zeigte er sich stolz auf die Erholung der Partei, die seit der Landtagswahl 2021 ein Defizit von 8,5 Prozentpunkten deutlich verringern konnte. Das Ergebnis wertete er als bedeutenden Aufschwung für die Union – selbst ohne den Sieg bei der Ministerpräsidentenwahl.

Mit Blick auf die Zukunft zeigte sich Wendt überzeugt, dass Gordon Schnieder in Rheinland-Pfalz den Wahlsieg davontragen werde. Gleichzeitig warnte er, dass eine Niederlage der CDU dennoch Friedrich Merz zugutekommen könnte, indem sie in der Kanzlei Alarmstimmung auslöse. Wendt ist überzeugt, dass Merz zu strategisch denke, um nicht nach einem endgültigen Durchbruch zu streben – vor allem, wenn die Wahlergebnisse der Union neuen Schwung für einen Wandel verleihen.

Zudem verwies er auf den drastischen Umfrageeinbruch der SPD und deutete an, dass dies die Partei zwingen könnte, sich mit ihrem Bundestagswahl-Ergebnis von nur 16 Prozent auseinanderzusetzen. Eine CDU-Niederlage in Rheinland-Pfalz, so Wendt, würde die Forderungen nach Reformen nur weiter beschleunigen.

Wendts Abschied markiert das Ende einer fast zwei Jahrzehnte währenden Amtszeit bei der DPolG. Seine abschließenden Bewertungen zeichnen das Bild eines politischen Systems am Scheideweg, in dem Schlüsselfiguren wie Dobrindt und Merz die Richtung vorgeben. Die anstehenden Wahlen in Rheinland-Pfalz könnten entweder den Status quo festigen – oder Deutschland in längst fällige Veränderungen drängen.

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