SPD scheitert mit Forderung nach landeseigenem Wohnungsunternehmen in Schleswig-Holstein
Vesna DöhnSPD im Norden fordert Wohnungsgesellschaft - SPD scheitert mit Forderung nach landeseigenem Wohnungsunternehmen in Schleswig-Holstein
Die SPD in Schleswig-Holstein hat sich für die Gründung eines landeseigenen Wohnungsunternehmens eingesetzt, um dem schwindenden Bestand an Sozialwohnungen in der Region entgegenzuwirken. Ihr Vorstoß wurde jedoch von der regierenden Koalition aus CDU, Grünen und FDP blockiert. Stattdessen sprachen sich die Abgeordneten für die Einrichtung einer Beratungsstelle aus, die den Wohnungsbau unterstützen soll.
Zwischen 2021 und 2025 sank die Zahl der geförderten Wohnungen in Schleswig-Holstein um 15 bis 20 Prozent. Die Gesamtzahl verringerte sich von etwa 45.000 auf weniger als 38.000 Einheiten. Besonders betroffen waren Nordfriesland mit einem Rückgang von 25 Prozent, Dithmarschen (22 Prozent) sowie die Städte Kiel und Flensburg (jeweils über 18 Prozent).
Die SPD argumentierte, ein landeseigenes Unternehmen könne Grundstücke sichern und eigenen Wohnungsbestand aufbauen. Der SPD-Abgeordnete Thomas Hölck warnte, dass in den kommenden Jahren weitere 18.000 geförderte Wohnungen ihren Status verlieren würden. Er betonte die Dringlichkeit, bezahlbaren Wohnraum zu erhalten.
Die Koalition lehnte den SPD-Plan ab und setzte stattdessen auf eine Beratungsagentur. Diese soll Wohnungsbauprojekte begleiten, aber weder selbst bauen noch Grundstücke verwalten. Die Entscheidung überlässt die Sozialwohnungsstrategie des Landes damit privaten Investoren und kommunalen Trägern.
Da der SPD-Vorschlag nun vom Tisch ist, setzt Schleswig-Holstein auf ein Beratungsmodell statt auf einen staatlichen Wohnungsbauer. Der Rückgang bei geförderten Wohnungen hält an, und weitere 18.000 Einheiten drohen ihren Sozialstatus zu verlieren. Der Koalitionsansatz verlagert die Verantwortung auf marktgesteuerte Lösungen und die lokale Planung.






