EVP-Streit eskaliert: Merz greift Weber wegen Migrationspakt mit Rechtspopulisten an
Dorit GierschnerEVP-Streit eskaliert: Merz greift Weber wegen Migrationspakt mit Rechtspopulisten an
Ein erbitterter Streit ist innerhalb der Europäischen Volkspartei (EVP) ausgebrochen, nachdem der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz eine scharfe Attacke gegen Manfred Weber, den Fraktionsvorsitzenden der EVP im Europäischen Parlament, gestartet hat. Der Konflikt entstand nach Vorwürfen, wonach EVP-Abgeordnete heimlich mit rechtspopulistischen Gruppen zusammenarbeiteten, um Maßnahmen zur Abschiebung abgelehnter Asylbewerber zu blockieren.
Die Kontroverse hat tiefe Gräben in der Migrationspolitik offenbart, wobei deutsche Politiker die angebliche Kooperation scharf verurteilen. Gleichzeitig zieht Merz' wandelnde Haltung zur traditionellen "Brandmauer"-Strategie der CDU gegen eine Zusammenarbeit mit rechtsextremen Parteien Kritik von Verbündeten und Gegnern gleichermaßen auf sich.
Der Streit eskalierte, als bekannt wurde, dass EVP-Politiker in Chatverläufen mit rechtspopulistischen Gruppen gegen Vorschläge zur verschärften Durchsetzung von Abschiebungen abgelehnter Asylsuchender stimmten. Deutsche Politiker reagierten empört und warfen der EVP vor, Bemühungen um strengere Migrationsregeln zu untergraben. Ein Sprecher Manfred Webers lehnte eine Stellungnahme zu den Vorwürfen ab und verwies lediglich darauf, dass man sich nicht zu "internen Prozessen" äußere.
Merz, der sich zuvor strikt gegen jede Zusammenarbeit mit rechtsextremen Parteien ausgesprochen hatte, scheint nun seine Position aufzuweichen. Auf einem jüngsten CDU-Parteitag würdigte er zwar Angela Merkel, rückte aber gleichzeitig näher an SPD und Grüne heran – ein Kurswechsel, den Kritiker als Widerspruch zu seiner früheren harten Rhetorik werten. Sein Angriff auf Weber markiert eine deutliche Zuspitzung des Konflikts; Insider berichten, die beiden Spitzenpolitiker seien nun uneins über die künftige Ausrichtung der EVP.
Die Auseinandersetzung fällt in eine Phase, in der Kommunalwahlen in Bayern und Hessen einen Zuwachs für die rechtsextreme AfD zeigten. Analysten prognostizieren, dass die Zahl der Kommunen, die die "Brandmauer"-Politik aufgeben und Bündnisse mit extremistischen Parteien ablehnen, deutlich steigen wird. Der schwedische Politiker Charlie Weimers von den Schwedendemokraten kommentierte, "Europa kann nicht länger von Berlins Brandmauer-Logik in Geiselhaft genommen werden".
Die SPD verschärfte die Spannungen zusätzlich, indem sie ankündigte, jede Resolution des EU-Parlaments zur Reform der Migrationspolitik "verzögern oder verwässern" zu wollen. Dieser Schritt deutet auf weitere Blockaden in einer Frage hin, die europäische Abgeordnete seit Jahren spaltet.
Die Folgen der angeblichen Absprachen der EVP mit rechtspopulistischen Kräften haben die Spaltungen innerhalb der Partei vertieft. Merz' Haltungswandel und sein öffentlicher Konflikt mit Weber unterstreichen die inneren Kämpfe der CDU in Sachen Migration und Bündnispolitik. Angesichts der Wahlerfolge der AfD in Regionalwahlen und des Widerstands der SPD gegen Politikänderungen dürfte die Pattsituation bei den Abschieberegeln vorerst bestehen bleiben.






