19 March 2026, 20:15

Gasspeicher auf Rekordtief: Droht Deutschland im Winter 2026 eine Energiekrise?

Linienschaubild, das die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Olaf Lies fordert Maßnahmen gegen hohe Energiekosten - Gasspeicher auf Rekordtief: Droht Deutschland im Winter 2026 eine Energiekrise?

Deutschlands Gasspeicherstände erreichen besorgniserregendes Tief – Energiesicherheit vor dem Winter in Gefahr

Die Gasspeicher in Deutschland sind auf ein alarmierend niedriges Niveau gesunken und wecken Sorgen um die Energieversorgung im bevorstehenden Winter. Olaf Lies, Ministerpräsident von Niedersachsen, hat sich nun zur Krise geäußert und warnt, das Land müsse schnell handeln, um schwere Engpässe zu vermeiden. Mit einer Auslastung der Speicher von nur noch 20,7 Prozent – weniger als die Hälfte des üblichen Standes – drängt er auf Sofortmaßnahmen, um die Versorgung zu stabilisieren.

Stand 20. Februar 2026 liegen die deutschen Gasreserven bei 20,7 Prozent, deutlich unter den 44 Prozent, die im Vorjahreszeitraum verzeichnet wurden. Tägliche Rückgänge von 0,7 bis 1 Prozent haben die Bestände bereits unter den Tiefstand von März 2025 (23 Prozent) sinken lassen. Die Bundesregierung hat zwar das Ziel auf 70 Prozent Füllstand bis November für den Winter 2026/27 gesenkt – zuvor waren 90 Prozent angestrebt worden –, doch Experten halten selbst dies für unzureichend. Die Energieanalystin Ines empfiehlt eine strategische Reserve von 78 Terrawattstunden, um Versorgungsengpässe abzuwenden.

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Lies fordert den Bau eines dritten Terminals für verflüssigtes Erdgas (LNG) in Wilhelmshaven, um die Importkapazitäten zu erhöhen. Zudem betont er die Notwendigkeit, die Bezugsquellen zu diversifizieren, etwa durch höhere Lieferungen aus Norwegen und den Niederlanden. Die inländische Förderung, insbesondere in der Nordsee, bleibt ein zentraler Baustein seiner Strategie.

Doch nicht nur die Gasversorgung bereitet Sorgen: Lies nimmt auch die stark gestiegenen Spritpreise an den Tankstellen in den Blick und ruft die Mineralölkonzerne auf, die finanzielle Belastung der Verbraucher zu verringern. Zugleich lehnt er Forderungen nach einer Rückkehr zur Kernenergie ab – solche Debatten, warnt er, könnten sowohl in der Bevölkerung als auch in der Wirtschaft Verunsicherung auslösen.

Angesichts der angespannten Lage durch mögliche Konflikte mit dem Iran, die die Versorgungslage weiter belasten könnten, pocht Lies darauf, dass die Bundesregierung sich auf alle Szenarien vorbereiten müsse. Wirksame Gegenmaßnahmen erforderten seiner Ansicht nach gründliche Planung und zügiges Handeln.

Die Gasspeicherkrise in Deutschland verlangt nach sofortigem Handeln – die aktuellen Bestände liegen weit unter den Zielen. Lies' Vorschläge – Ausbau der LNG-Kapazitäten, Sicherung alternativer Lieferanten und Aufrechterhaltung der heimischen Förderung – zielen darauf ab, die Energiesicherheit zu stärken. Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese Schritte ausreichen, um Engpässe vor dem Winter zu verhindern.

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